Bierwärtin 

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Hamburg 1 Frühcafe

Bloged in Allgemein von linda Dienstag Juni 1, 2010

Gerade war ich im Frühcafe von Hamburg1 in der Reihe “Bürgerschaft privat” zu Gast, wo auch dieses vorgestellt Blog auch wurde. Ein guter Anlass, es mal wieder etwas regelmäßiger zu pflegen, um Einblick in meine politische Arbeit zu geben und Kuriositäten etwas genauer zu beleuchten. Aktuelle Initiativen, Pressemitteilungen und Anfragen finden sich übrigens auch immer unter http://www.linda-heitmann.de !

Nun stürze ich mich aber erst einmal in den Alltag: für die Doppelsitzung der Bürgerschaft in dieser Woche muss ich noch 3 Reden schreiben. Außerdem gilt es, den Eingabenausschuss heute Nachmittag vorzubereiten!

Dichtkunst für den Nichtraucherschutz

Bloged in Allgemein von linda Montag Februar 9, 2009

Nachdem sich die gesundheitspolitischen SprecherInnen aller vier Fraktionen nach der Sitzung des Gesundheitsausschusses letzten Donnerstag einhellig für ein komplettes Rauchverbot in der Hamburger Gastronomie ausgesprochen haben, ließen die Reaktionen nicht lange auf sich warten: neben zahlreichen Presseanfragen erreichten mich in den letzten Tagen viele e-mails von Befürwortern und Gegnern eines absoluten Rauchverbotes. Doch während die Mails der Gegner alle den gleichen Wortlaut hatten und scheinbar von einer Internetseite vorgefertigt verschickt werden konnten, sind jene der Befürworter erfreulicherweise individueller, zahlreicher und kreativer. Das Glanzstück in Form eines Gedichtes möchte ich Euch nicht vorenthalten:

Nichtraucherschutz

Schön, Sie denken an den Nichtraucherschutz

und wollen verbannen den Raucherschmutz.

Die Mehrheit der Wähler wird’s Ihnen danken,

es werden für Sie rote Rosen ranken.

Auch Raucher wollen aufhören und das ‘ne Menge.

Doch schaffen sie’s nicht im Rauchergedränge.

Die Industrie hat verbreitet ihre mafiosen Strukturen,

da helfen auch oft keine teuren Kuren.

Sie haben’s heute in der Hand

und können befreien ein kleines Land.

Ein Beispiel für die Grand Nation

und im Einklang mit der Europa-Union.

“Baum der Erlösung” wurde zur Qual!

Bloged in Kuriositäten des Alltags, Politische Kuriositäten, Allgemein von linda Montag Januar 5, 2009

Ja, ich bin Tatort-Fan! Ich fiebere den Sonntag-Abenden entgegen, und sollte es mir auf Grund höherer Gewalt einmal nicht möglich sein, um 20.15 Uhr vor der Leinwand oder dem Bildschirm zu sitzen, so leide ich wie eine Hündin und male mir aus, was wohl gerade in der ARD geschieht, ohne meinem kritischen Blick ausgesetzt zu sein.

Jawohl: kritischer Blick. Der Tatort spielt mit den unterschiedlichen Charakteren seiner in Deutschland und Österreich verstreuten Ermittler-Teams und überzeichnet dabei das ein oder andere mal auch gern. Oder er vermag teilweise schlicht und einfach nicht zu fesseln, schleppt und langweilt.

Das kommt vor. Auszeichnen tut er sich hingegen meist dadurch, dass aktuelle und häufig auch nicht unumstrittene politische Thematiken in den Geschichten sensibel aufgearbeitet werden. Und wird dabei mir Überzeichnung gearbeitet, so lässt sich dies meist schmunzelnd zur Kenntnis nehmen und unterstreicht die Absurdität mancher Verhaltensweisen.

Nicht so bei dem heutigen Tatort mit dem Titel “Baum der Erlösung”. Nach meiner Lektüre der Vorankündigung hatte ich bereits damit gerechnet, dass die Folge heikel werde könnte, da sie durch den Bezug zum Thema Integrationspolitik und “Ehrenmord”problematik emotionale Themen anspricht. Was dann geboten wurde, war allerdings an Plattheit noch unter den meisten Telenovelas und mit Überzeichnung oder Zuspitzung in keiner Weise mehr zu rechtfertigen.

Wenn extra der Komissar aus Wien eingeflogen wird, weil er den Fall angeblich unaufgeregt und vorurteilsfrei am besten zu lösen vermg, dann aber selber in seinen Ermittlungen in absolut fremdenfeindliche und vorurteilsbelastete Verhaltensweisen verfällt, frage ich mich, ob der Autor oder die Autorin sich eigentlich je mit Integrationspolitik oder türkischen Ehrvorstellungen ernsthaft auseinander gesetzt hat. Hier wurden Klischees bedient, die völlig an der Realität vorbeigingen und mit Humor oder einem guten Krimi rein gar nichts zu tun hatten!

“In einer halben Stunde ist es endlich vorbei”, seufzte meine Freundin L. auf dem Sofa neben mir um 21.15 Uhr und sprach damit aus, was wir alle dachten. Dieser Tatort bekommt von mir eine glatte sechs und sämtliche türkischen Interessensverbände können bei ihrem Protest dagegen mit meiner vollen Unterstützung rechnen. Liebe ARD, bitte nie wieder so einen Schmarrn!

Lernen funktioniert über Erfolg statt Strafe - ein politischer Filmtipp.

Bloged in Politische Kuriositäten, Allgemein von linda Donnerstag Dezember 18, 2008

In zwei älteren Blog-Einträgen habe ich bereits betont, dass ich den Aspekt, wie an einer Schule gelernt wird, im Zuge der Schulreform für grundlegend halte und wie sehr mich im Zusammenhang damit die Max-Brauer-Schule begeistert hatte, als ich dort für einen Artikel recherchierte.

Um individuelles Lernen in heterogenen Gruppen anschaulich zu machen, hat der Bildungsforscher Reinhard Kahl nun in Kooperation mit Christas Behörde einen kurzen Film entwickelt, den ich wärmstens empfehlen kann. Auch die Max-Brauer-Schule kommt darin wieder vor. Online lässt sich der 16minütige Film hier anschauen. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich von der Behörde allerdings eine DVD besorgen, denn auch das Bonusmaterial lohnt sich!

Deutlich wird daran, wie ich finde, vor allem eines: Kinder haben grundsätzlich Lust am Lernen, und jene verlieren sie auch nicht, wenn sie stetig dadurch motiviert werden, dass sie merken, für sich selbst etwas erreicht zu haben. Unlust entsteht hingegen vor allem durch Bestrafung und Enttäuschungen, auf denen das deutsche Schulsystem mit Ziffernnoten, Sitzenbleiben und Selektion leider derzeit noch grundlegend beruht. Auf dass das anders werde!

Stilblüten der Wahlkreiskorrespondenz: Die Hamburger CDU und die Frage der Cannabis-Legalisierung…

Bloged in Kuriositäten des Alltags, Politische Kuriositäten von linda Mittwoch November 26, 2008

Ist Hamburg eine “kiffende Stadt” oder auf dem Weg zum “Weltkaff”? Eine spannende Diskussion über derartige Formulierungen fechtet derzeit ein CDU-Bürgerschaftskollege mit einem Hamburger Bürger (Herr R.) in einer Briefkorrespondenz aus, die mir Ende vergangener Woche zur Info ebenfalls zuging und deren Lektüre mich gut erheiterte.

So ist der engagierte Briefeschreiber der Ansicht, eine Cannabis-Legalisierung würde Hamburg wirtschaftlich weit nach vorne bringen. “In einer modernen globalisierten Welt wandern die talentierten Menschen einfach ab, wenn es einen Abbau von Bürgerrechten gibt. […] Kein normaler Mensch träumt davon, nach Salt Lake City oder Riad zu fahren. Eher nach Vancouver, Las Vegas oder Amsterdam” führt er aus. Und gibt auch gleich Tipps, wie man im Rahmen der Cannabis-Legalisierung außerdem jede Menge Touristen für unsere Hansestadt begeistern könnte: mit einem Coffee Shop in der Speicherstadt und einem jährlich veranstalteten Hanffest beispielsweise. “Unser Hanffest wäre viel sicherer als das Oktoberfest. Wir hätten gute Musik statt Lärm. Und Frieden statt sinnloser Schlägereien“.

Wie an dieser Stelle bereits angedeutet, sieht der schreibfreudige Bürger in der Legalisierung von Cannabis zudem ein schlüssiges Konzept gegen Gewalt auf dem Kiez. “Die Leute werden von Cannabis nicht psychopathisch, sondern eher nachdenklicher. Und davor hat der Staat Angst. Wenn die Stadtregierung ernsthaft die Gewalt in St. Pauli reduzieren möchte, dann sollte es einen Coffeeshop auf der Reeperbahn geben. Schließlich schlitzen sich die wahren Psychos nicht mit Jointenden auf.”

Meinen Bürgerschaftskollegen von der CDU kann diese Argumentation jedoch nicht überzeugen. Daher führt er aus, wie die Kriminalität durch eine Legalisierung erst vorangetrieben würde: “Die von Ihnen genossenen Drogen werden meist unter Ausbeutung der lokalen Bevölkerung angebaut. An dieser Stelle darf ich Sie daher darauf hinweisen, dass Sie ‘das Unrecht dieser Welt’ unterstützen’“, so seine Erläuterung.

Auch überzeugen ihn die rosigen wirtschaftlichen Prognosen nicht. “Ihrer Prognose muss ich entgegenhalten, dass Cannabiskonsum äußerst erschlaffend wirkt, so dass eine Legalisierung unsere schöne Stadt viel eher auf den Weg zum ‘Weltkaff’ bringen würde, als es die Cannabis-Prohibition tut.

Dabei hatte Herr R. bereits vorher ausgeführt, dass seiner Ansicht nach jeder, der arbeite und Steuern zahle, als verantwortungsvoll genug eingestuft werden könne, um über einen vernünftigen Umgang mit Rauschmitteln eigenständig zu entscheiden. “Wäre die ganze Propaganda wahr, dann wären die Nahverkehrszüge und Straßen längst leer, denn […] ehrlich gesagt: wer Probleme mit Cannabis bekommt, kommt bestimmt nicht einmal mit Leitungswasser klar“, erläutert er.

Ein weiterer Streitpunkt zwischen Bürger und CDU-Politiker sind die gesundheitlichen Folgen des Konsums. Die Politiker-Bedenken bezüglich einer Einschränkung der Fortpflanzungsfähigkeit wischt Bürger R. mit vernichtenden Argumenten vom Tisch: “Es gibt zwei Völker, die seit Jahrtausenden gekifft haben. Und wollen Sie behaupten, dass es zu Beginn des 22. Jahrhunderts keine Inder oder Chinesen mehr geben wird?!

Welche Ansicht sich langfristig durchsetzen wird, bleibt wohl abzuwarten und hängt - wie meist in der Politik - von jeweiligen Mehrheitsverhältnissen ab… doch sogar jene scheinen strittig unter den Briefeschreibern. “Es ist durchaus Absicht der Bundesregierung - übrigens nicht ohne Legitimation der Bevölkerung - Hamburg so weit wie möglich eine ‘kifferfreie’ Stadt werden/bleiben zu lassen“, erläutert der Christdemokrat, und bringt seine Meinung auf den Punkt mit: “Wenn es nach meiner Meinung - und jener der CDU - geht, so wird kiffen tatsächlich für immer illegal bleiben” Ob damit tatsächlich das letzte Wort gesprochen ist, bezweifelt Bürger R.. “Es gibt offiziell 1,5 Millionen Kiffer und nur 532 000 CDU-Mitglieder“, stellt er fest.

Somit geht der literarisch meisterwerkliche Streit in die nächste Runde. Ich freu mich drauf!

BDK in Erfurt - von realo und links und dem Dazwischen…

Bloged in Politische Kuriositäten, Allgemein von linda Samstag November 15, 2008

Samstag mittag auf der grünen Bundesdelegiertenkonferenz in Erfurt:

nachdem die Reihen am gestrigen Abend teilweise noch etwas lichter waren, sind heute alle Delegierten eingetroffen und wühlen sich durch die Antragsflut zum Leitantrag. In der letzten Reihe am Hamburger Tisch sind derweil auch zahlreiche als “Gäste” und “Ersatzdelegierte” gekennzeichnete GALierinnen mit dabei, die die Debatten eher nebenbei wahrnehmen und in erster Linie die gestrige Nacht Revue passieren lassen.

Denn nach Versammlungsende gegen 22.30 Uhr fanden gestern traditionell noch die so genannten “Flügeltreffen” von Linken und Realos statt. Während derartige Grabenkämpfe in Hamburg glücklicherweise weitgehend überwunden sind, werden sie auf Bundesebene noch immer sorgsam gepflegt.

Demonstrativ seilte sich ein kleiner Block der Grünen Jugend unter dem Motto “Wir lassen uns nicht in Flügel pressen, sondern trinken lieber Bier” ab. Ähnliches praktizierte auch ich - weniger offiziell - mit einigen HamburgerInnen. Viele andere Nordlichter besuchten mit einer gewissen Neugier hingegen eines der Flügeltreffen und bereiten dies fast durch die Bank hindurch nun nach. Dabei fällt die Bewertung relativ einheitlich aus - egal ob von Realo- oder vom Linken-Treffen: leicht befremdlich…

Denn eines der Haupt-Themen scheinen die für den Nachmittag angesetzten Wahlen sowie dazugehörige Empfehlungen gewesen zu sein, was viele eher kontraproduktiv fanden… Denn eine Meinung zu Kandidaten sollte man sich doch lieber selbst bilden.

Ihren klaren Favoriten haben auf jeden Fall Filiz und Canan schon gefunden:

filiz_canan.JPG Denn die beiden wollen mit Cem den ersten Parteivorsitzenden mit Migrationshintergrund mitwählen. Als Ersatzdelegierte drücke ich lediglich die Daumen, dass das klappt.

Ein halber Tag “handy-frei” - einige Gedanken zum Prozess von der Ablehnung zur Abhängigkeit

Bloged in Kuriositäten des Alltags, Allgemein von linda Dienstag Oktober 21, 2008

Die Erkenntnis traf mich heute um kurz nach 14 Uhr im Bus Richtung Büro: “Ich habe mein Handy zu Hause liegen lassen!” Kurz überlegte ich, wieder auszusteigen und zurück zu fahren, entschied mich dann jedoch dagegen…

Ich kann ja meiner Mitbewohnerin (die gerade Urlaub hat) eine SMS schicken, dass sie dran gehen soll, falls es klingelt“, überlegte ich mir und wurde mir gleich im nächsten Moment der abstrusen Unlogik dieses Gedankens bewusst, die allerdings der deutlichste und erschreckendste Beweis dafür war, wie sehr ich mich an mein kleines Telefon als ständigen Begleiter mittlerweile gewöhnt habe.

Dabei ist es gerade einmal rund 10 Jahre her, dass ich über all jene, die meinten, ein Handy unbedingt zu brauchen, nur schmunzeln konnte. Mobiltelefone hatten damals noch ein Ausmaß, das nahe an Baseballschläger heranreichte, und eine Schulkameradin setzte sich intensiv damit auseinander, welches Modell ihren Kommunikationsbedürfnissen wohl am ehesten entsprach, was bei den meisten derer, die sie mit ihren Überlegungen konfrontierte, nur zu Achselzucken und Unverständnis führte.

Fast unmerklich wurden es daraufhin jedoch immer mehr Menschen, die sich ein Handy zulegten, während ich mich mit dem Hinweis, dass ich so etwas noch nie gebraucht hätte, kontinuierlich weigerte.

Die Wende brachte mein Führerschein. Meine Mutter bestand nun darauf, dass ich mir endlich ein Handy zulegen solle, um im Notfall - wenn ich nachts auf der Landstraße liegen bliebe - Hilfe holen zu können, ohne aussteigen zu müssen. Widerwillig übernahm ich in Folge dieser mütterlichen Hartnäckigkeit den “Totschläger” unserer Nachbarin mit einer Prepaid-Card und beharrte darauf, dass ich ja niemandem die Nummer geben müsse, wenn es eh nur für den Notfall gedacht sei.

Natürlich ließ sich dieser Vorsatz nicht lange aufrecht erhalten. In der Schule sorgte ich allerdings bis zum Abitur regelmäßig für Erheiterung, wenn ich mein veraltetes Telefon aus der Tasche zog, und auch in der Abi-Zeitung betitelte mich ein anonymer Mitschüler als “die mit dem Totschläger”…

Mittlerweile habe ich (allerdings erst seit ca. einem Jahr) gar einen Vertrag und ein relativ modernes Nokia-Modell. Jenes legte ich mir kurz nach dem Beginn meiner Tätigkeit als Bürgerschaftsabgeordnete vor allem deshalb zu, weil es eine sehr übersichtliche Kalenderfunktion beinhaltet, die sich mit meinen Terminen in Outlook synchronisieren lässt. Bei der Beratung in einem großen Elektronik-Fachgeschäft hätte mir der Verkäufer eigentlich gern einen “BlackBerry” angedreht, wie mir schien. “Wenn Du Dir so einen kaufst, verfolgt Dich Deine Arbeit Tag und Nacht“, warnte mich der Freund, welcher mich begleitete. Somit entschied ich mich dagen. Mal sehen, für wie lange…

Nach welchen Kriterien wählt die Uni eigentlich ihre Bücher aus?

Bloged in Kuriositäten des Alltags, Diplomarbeit von linda Mittwoch September 3, 2008

Mit mehr oder weniger Elan gehe ich nach der parlamentarischen Sommerpause und einem grandiosen Island-Urlaub auch an die Aufgabe heran, mich mit meiner allerletzten Prüfung an der Uni zu befassen, um spätestens zum Jahresende hoffentlich endlich mein Diplom in den Händen zu halten.

Als einen der beiden Themenkomplexe für die mündliche Prüfung habe ich mir dabei Partei- und Entscheidungsstrukturen bei Bündnis90/Die Grünen ausgesucht. Die Literaturrecherche zu jenem Thema förderte gestern unerwartete Ergebnisse zu Tage: so fand sich als eines der ersten Suchergebnisse im Campus-Katalog der Titel “Das politische ist privat” von Claudia Roth, das mich seitdem grübeln lässt, nach welchen Kriterien die Uni eigentlich ihre Bucherwerbungen auswählt. claudias_buch.jpg

Ich werde bestimmt Spaß daran haben, mich im Rahmen meiner Prüfungsvorbereitung auch damit auseinanderzusetzen, was Claudia in ihrer “Ton, Steine, Scherben”-Zeit so alles erlebt hat - Sinn des Studiums scheint mir das wohl allerdings eher weniger zu sein. Immerhin klebt auf Claudias literarischem Glanzstück nicht, wie auf vielen anderen Büchern mittlerweile, einer der tollen Aufkleber mit “Dieses Buch wurde aus Studiengebühren finanziert“…

Wie sieht der korrekte Generationenwechsel aus?

Bloged in Politische Kuriositäten, Allgemein von linda Donnerstag Juli 3, 2008

Nachwuchsprobleme und Mangel an jungen Vertretern in Führungspositionen werden fast allen Parteien immer wieder vorgeworfen. So wurde, um nur ein Beispiel zu nennen, wohl zurecht bemängelt, dass das bayerische “CSU-Imperium Stoiber” nach seinem Umsturz von Beckstein und Huber übernommen wurde - zwei alt gedienten Parteisoldaten, die seit Jahrzehnten im und vom politischen System existeren und wenig neue Ideen erwarten ließen.

Vor knapp zwei Wochen nun wählten wir uns in Hamburg Katharina (31) und Anjes (27) an die grüne Parteispitze und prompt wurden von der Presse die gegenteiligen Vorwürfe und Zweifel geschürt.

So fragte  Mathis Neuburger im Interview in der Morgenpost vom 24.6.08 gleich zu Beginn sehr provokativ: Fehlen der GAL gute Leute, oder warum wird eine 31-Jährige, die erst vier Jahre Mitglied ist, Vorsitzende? Wie ich finde, hat Katharina darauf sehr treffend die einzig richtige Antwort gegeben: Wir sind gute Leute, auch wenn wir jung sind!

Denn nicht Alter, sondern Kompetenz sollte ausschlaggebend für die Besetzung eines solchen Postens sein. Und dass mit dem Alter auch automatisch die Kompetenz wächst (bzw. bei Jüngeren automatisch geringer ist), wie häufig suggeriert, wage ich zu bezweifeln.

Als wichtigsten Faktor, vom Alter vollkommen abgekoppelt, bewerte ich allerdings am ehesten die persönliche Unabhängigkeit von der Politik. Ein Problem ist häufig doch, dass altgediente Parteisoldaten den Blick für neue Ideen und Politikperspektiven verlieren, weil sie an Ämtern kleben und in starren Strukturen stur auf Wiederwahl oder parteipolitischen Aufstieg hinarbeiten. Vielleicht hängt ein erfolgreicher “Generationenwechsel” daher gar nicht allzu sehr am Alter, sondern auch zu einem guten Teil an der “politischen Unverbrauchtheit”. Mit Katharina und Anjes bin ich auf jeden Fall zuversichtlich, dass er in Hamburg in jeder Hinsicht gelungen ist.

Die VegetarierInnen-freundliche Bürgerschaft: ein fraktionsübergreifendes Anliegen!

Bloged in Politische Kuriositäten, Allgemein von linda Dienstag Juni 10, 2008

“Fleischlos die Welt verbessern” titelten die Grünen in Niedersachsen, als sie Ende 2006 beschlossen, auf ihren Landesdelegiertenkonferenzen nur noch vegetarische Verpflegung anzubieten.

Auch ich denke derzeit über eine Initiative zu vegetarischer Verpflegung nach - allerdings am Rande der Sitzungen im Rathaus. Die Tatsache, dass im Rahmen der fast 5-stündigen Ausschussitzung, der ich gerade beiwohnte, lediglich Zwiebelkuchen mit Speck serviert wurde, bereitete meinem Magen und Gaumen keinerlei Freude.

Mit fortschreitendem Sitzungsverlauf reifte deshalb mein Plan, einen Antrag zur vegetarischen Verpflegung auszuarbeiten. Zum Glück finden sich hierbei bereits lagerübergreifend Mitstreiterinnen: Ksenija Bekeris von der SPD teilt meinen Verdruss und sagte umgehend ihre Unterstützung zu. Dabei sei betont, dass wir nicht zwangsläufig für einen völligen Ersatz aller fleischhaltigen Gerichte streiten wollen, sondern lediglich die Ergänzung des Angebotes um fleischlose Verpflegung zu erreichen gewillt sind.

Stichhaltige Argumente für die Antragsformulierung und eine mögliche Plenumsdebatte werden in diesem Fall noch gern entgegengenommen - für eine VegetarierInnen-freundliche Bürgerschaft!

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