Bierwärtin 

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Ich wär so gerne Millionär…

Bloged in Allgemein von linda Mittwoch Mai 30, 2007

Die Frage kommt immer nach dem Gewinn von 16.000 Euro: “Was machen Sie jetzt mit dem Geld?”

Erstaunlich oft bekommt Günther Jauch darauf nur unklare Antworten. “Unser Bad müsste mal renoviert werden” oder “eine Reise vielleicht”. Jeder träumt von dem großen Reichtum, doch wirklich brauchen tun ihn wohl die wenigsten, wie sich häufig zeigt.

Auch ich könnte Jauch keine befriedigende Antwort geben. Knapst man als Student mit ein bißchen Geld vor sich hin, so sehnt man sich häufig danach, sich einmal etwas leisten zu können. Das nette Kleid für 80 Euro wäre sofort gekauft, wenn man nicht jeden Euro umdrehen müsste, also wird stattdessen doch das langweiligere Sonderangebot bei H&M erworben. Schuhe für höchstens 30 Euro, obwohl jene für 100 viel schöner wären. Später, wenn man mal Geld hat…

Nun verdiene ich seit einigen Monaten ganz passabel, und trotzdem ändert sich nicht viel. Etwas großzügiger bin ich geworden. Jetzt darf es auch mal das teurere Bio-Shampoo sein, und im Restaurant kann man gern eine Flasche Rotwein nachbestellen. “Wofür verprasst Du Dein erstes Gehalt?”, fragte Anjes neulich bei unserer Jogging-Runde neugierig. Meine einzige größere Anschaffung war das neue (nun schon wieder verschwundene) Fahrrad, Marke Aldi-Nord - nicht einmal ein Fünftel meine Monatsgehalts wert.

Ein Auto brauche ich hier in der Stadt ganz bestimmt nicht, Gründe für einen Umzug drängen sich auch nicht auf. Und ein Leben ohne Arbeit stelle ich mir todlangweilig und einsam vor. Klar ist es bestimmt ganz interessant, ab und zu einmal auswärts in noblen Hotels zu übernachten oder abends bequem im Taxi nach Hause zu kommen, doch zum Standard muss es nicht unbedingt werden.

Ich glaube, viele teilen jene materielle Zufriedenheit, wie ich sie im großen und ganzen habe. Dennoch träumen sie vom Reichtum. Höchstwahrscheinlich vermittelt jener noch immer das Gefühl einer Sicherheit. Wer einmal im finanziellen Überfluss lebt, braucht keine Angst zu haben, in der Gesellschaft irgendwann einmal ganz unten zu sein - eine Angst, die gerade angesichts der hohen Arbeitslosigkeit in den vergangenen Jahren auch an perfekt ausgebildeten Akademikern nicht spurlos vorüber gegangen ist. So wäre auch meine Investition bei einem Großgewinn in Jauchs Show höchstwahrscheinlich eine Eigentumswohnung in guter Lage an Alster oder Elbe - die ist immer was wert!

Ein Freund von mir lebte, wie ich mich erinnere, noch zu DMark-Zeiten teilweise ganz sparsam und verriet mir einmal sein Ziel, auf diese Weise irgendwann einmal Millionär zu sein. Ich schätze, er hat dieses Ziel mit der Euro-Einführung verworfen - ich habe ihn nie wieder darauf angesprochen. Trotzdem frage ich mich, beim Nachdenken darüber, welch Sinn in diesem Verhalten stecken soll, denn unklar bleibt, was in diesem Fall den Reiz des Millionärs-Daseins ausmacht. Sich plötzlich alles leisten zu können, nachdem man jahrzehntelang nur verzichtet hat?

Dann doch lieber ab und an ‘eine Reise vielleicht’. Und noch eine Flasche Rotwein…

Nachtrag zu vorgestern…

Bloged in Allgemein von linda Montag Mai 28, 2007

Heute, früher Abend, im Schanzenviertel:

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Es geht voran :)

Bloged in Diplomarbeit von linda Montag Mai 28, 2007

Soeben wurde Seite 70 meiner Diplomarbeit angebrochen, inklusive Literaturverzeichnis zählt das gute Stück mittlerweile bereits etwa 75 Seiten :).

Ich glaube, ich melde sie demnächst mal an… Wenn ich mir im Sommer ein paar Wochen Urlaub nehme, sollte es hoffentlich möglich sein,  das Werk innerhalb der nächsten 6 Monate zu 120 Seiten auszubauen und abzugeben - das macht Hoffnung auf ein irgendwann einmal absehbares Studienende!

Überlegungen bezüglich einer danach folgenden Promotion ändern sich von Tag zu Tag, aber ich muss zugeben, dass der Abschnitt über Sinn Fein gerade hochgradig spannend ist und Lust macht, sich tiefer in diese Partei einzugraben. Man wird sehen.

Wieviel linke Gewalt gibt es wirklich?

Bloged in Allgemein von linda Sonntag Mai 27, 2007

Auf eine Große Anfrage, die wir vor ein paar Wochen stellten, hatte der Senat Antworten, die angesichts momentaner groß angelegter Polizeiaktionen überraschend scheinen: Linke Gewalt in Hamburg ist seit Jahren rückläufig, rechte Gewalt nimmt hingegen stetig zu.

Trotzdem werden derzeit Briefe geöffnet, Geruchsproben genommen und dutzende Wohnungen durchsucht, um mögliche linke Straftaten zu verhindern. Glücklicherweise stellen sich dabei mittlerweile nicht mehr nur wenige linke Freiheitsrechtler die Frage nach der Verhältnismäßigkeit, sondern sogar die Springer-Presse lässt kritische Stimmen zu.

Viel zu wenig hinterfragt wird hingegen, wie ich finde, der ebenfalls in diesem Zusammenhang stehende und seit Jahren immer massiver werdende Polizeieinsatz bei Demonstrationen und “links geprägten” Veranstaltungen. Erst vorgestern spielte St.Pauli um den Aufstieg, und das gesamte Heiligengeistfeld war bereits vor Anpfiff von Wasserwerfern umstellt. Hinzu kommen Polizisten in wahren “Rüstungen”, deren Gesichter und Staturen man nicht einmal mehr im Ansatz erahnen kann.

Sehe ich solch eine Szenerie, so werde ich immer schon beim Anblick aggressiv und fühle mich provoziert. Selbst, wenn das bei mir persönlich noch nicht so weit ging, dass ich mich zu physischen Angriffen hingerissen gesehen hätte, so frage ich mich doch häufig, ob nicht manch eine Veranstaltung sehr viel friedlicher verlaufen würde, wenn die Polizei gar nicht erst anwesend wäre. Ich vertrete somit die These, dass ein großer Teil der ohnehin immer weniger werdenden linken Gewalttaten in Hamburg durch die repressive Strategie der Polizei erst provoziert wird.

Natürlich gilt dies nicht für die jüngst erfolgten Farbbeutelattacken oder Autobrände. Aber auch bei diesen möchte ich es zu bezweifeln, dass groß angelegte, wahrscheinlich sogar verfassungswidrige, Durchsuchungsaktionen irgendeinen präventiven Zweck erfüllen. Die Verhältnismäßigkeit der Mittel gerät momentan in jeglicher Hinsicht aus der Balance, und das macht Angst - nicht nur mir!

Wie werde ich einen gefährlichen Ohrwurm los???

Bloged in Allgemein von linda Samstag Mai 26, 2007

Man kennt das ja - da schnappt mensch am Rande ein Lied auf, und schon schwirrt es einem tagelang im Ohr herum. Fühlt man sich unbeobachtet, wird es gesummt oder gesungen, und erwischt einen jemand dabei, dann lächelt man entschuldigend.

“Meine Biber haben Fieber, ach die Armen”, beklagte sich Iris neulich beim Schlendern über den Fraktionsflur. Jahrelang hatte ich dieses Kinderlied nicht mehr gehört, plötzlich sang ich es 2 Wochen lang wieder jeden Tag.

Im Normalfall muss einem das ja eigentlich nicht peinlich sein, aber momentan habe ich ein Lied im Ohr, dass ich loswerden muss! Vorgestern diskutierten wir mit einigen Leuten über moderne Strategien von Rechtsextremisten und hörten uns am Ende ein Lied aus der Szene an. Scheußlicher Text, aber eine eingängige Melodie - sehr zu menem Leidwesen, denn seitdem geht ebenjene nicht aus meinem Kopf, und jedesmal, wenn ich mich dabei ertappe, die erste Zeile vor mich hin zu singen, breche ich erschrocken ab. Das sind neue perfide Strategien der Rechtsextremisten, die noch keiner thematisiert hat: die heimliche Einpflanzung von Ohrwürmern. Gegengift leider noch unerforscht *seufz*

Die BILD - warum böse Artikel eigentlich gar nicht so böse sind…

Bloged in Allgemein von linda Mittwoch Mai 23, 2007

Mit ernstem Gesicht kam Fraktions-Pressesprecherin Brigitte heute auf mich zu. “Die BILD hat angerufen und möchte mit der Grünen Jugend eine Story machen”. Ich hatte nebenbei schon mitbekommen, dass meine Co-Sprecherin Babs mit einem Reporter telefoniert hatte - irgendwas zum G 8 - Gipfel. “Ja ja, ich glaube, das ist auch nichts Schlimmes”, beruhigte mich Brigitte. “Die wollen einen Beitrag über friedliche Protestler bringen.”

Wir waren vor einigen Monaten schon einmal mit einer Aktion zum Volksbegehren in der BILD. “Oh je, die BILD ist auch schon da”, sagte Christa damals gleich, als wir vor unserem Aktionsort, der Klosterschule, ankamen. “Die wollen bestimmt einen Artikel machen, dass die Fraktionsvorsitzende der GAL zum Schwänzen aufruft.” Im Laufe der Aktion hatten wir eigentlich das Gefühl, der Reporter vor Ort hätte Sympathien für unsere Aktion gewonnen, doch tatsächlich lautete die Überschrift am nächsten Tag beinahe so, wie Christa vermutet hatte.

Nun hatte Babs heute wieder ebenjenen Reporter an der Strippe, und das Gespräch kam auf den Artikel von einst. “Wir hätten auch noch ein böses Statement von der CDU damals einholen können. Und zudem war das doch nur relativ klein drin”, versicherte er. Aha, so hat man sich also einen netten BILD-Artikel vorzustellen - schließlich hätte es noch viel schlimmer sein können.

Am Nachmittag kam dann noch ein Fotograf vorbei, um neben dem G 8 - Artikel ein nettes Bild von Babs abbilden zu können. Freundliches Lächeln im Sonnenschein und das Igellogo im Hintergrund. “Ich glaube, das können sie echt nicht so sehr ins Negative ziehen. Was sollen sie daran schon groß verdrehen?!”, grübelte sie hinterher. Wir sind gespannt, was morgen in der BILD erscheint!

Wo beginnt eigentlich gesunde Ernährung?

Bloged in Allgemein von linda Montag Mai 21, 2007

Ich konnte es wieder einmal kaum mit ansehen, was der Kunde vor mir im Supermarkt heute auf dem Kassenband stapelte - 5 Schokopudding, 3 Cola und 2 Bier. Einkäufe sagen viel über Menschen aus!

Mein durchschnittlicher Einkauf besteht ungefähr aus Müsli, Milch, Paprika, Bananen, Sahne, Joghurt, Nudeln, Reis und Duschgel - saisonal erweitert um ähnliche Kleinigkeiten. Ich gehöre wohl zu den wenigen Menschen, die problemlos an einem noch so langen Regal voller Süßigkeiten vorbeispazieren können, ohne auch nur ansatzweise in Versuchung zu geraten. Jedesmal, wenn ich all meine Einkäufe auf dem Kassenband drappiere, denke ich, dass mein Stamm-Kassierer sich eigentlich täglich neu in mich verlieben müsste, falls er ein ernährungsbewusster Mensch ist.

Allerdings gibt es eine Sünde in meiner Ernährung, die bei genauer Betrachtung der Liste eventuell schon ins Auge gefallen ist: Ich liebe Sahne. Ein Gemüseauflauf schmeckt mir erst, wenn er in Sahne ertränkt wurde und eine dicke Käsekruste trägt. Und mein Leibgericht, Spinattortellini in Tomaten-Zwiebel-Sahnesauce, findet mindestens einmal die Woche den Weg auf meinen Speiseplan.

Desweiteren sorge ich mich darum, dass ich immer häufiger zwei warme Mahlzeiten pro Tag verzehre. In der Mittagspause eine Folienkartoffel beim Schanzenbäcker oder gar ein Pasta-Gericht beim “4,80-Italiener”, und abends dann ähnliches nochmal zu Hause oder in der Kneipe.

Ernähre ich mich nun gesund? Überall heißt es immer, man solle viel Salat essen, aber ich bevorzuge Mahlzeiten, die mich sättigen. Mit knurrendem Magen ins Bett zu gehen, ist dann auch wieder verpönt. Salat als Beilage - OK.

Gibt es überhaupt den sich perfekt ernährenden Menschen? Im Supermarkt trifft man ihn nie!

Ian Paisley - eine Witzfigur mit viel Einfluss…

Bloged in Diplomarbeit von linda Sonntag Mai 20, 2007

“Wir könnten 24 Stunden am Tag die Hände schütteln, aber wozu wäre das gut, wenn wir unsere Provinz nicht wirtschaftlich voranbringen?” - ein berechtigter Politikerkommentar, könnte man bei diesem Zitat denken. Leider sind die Begleitumstände einfach nur traurig. Ian Paisley, neuer Ministerpräsident Nordirlands und radikaler protestantischer Vertreter, erklärte dies vor etwa 2 Wochen auf die Frage hin, warum er nicht mit seinem künftigen Stellvertreter Martin McGuinness von der katholischen Sinn Fein gemeinsam auf einem Foto posieren wolle.

Gerade tauche ich für meine Diplomarbeit tiefer in Paisleys Geschichte ein und könnte über dessen Sturheit beim Lesen häufig nur lachen, wenn es nicht so erschreckend wäre, dass dieser Mann jahrzehntelang eine der treibenden Kräfte in einem der blutigsten Konflikte Europas war und noch immer ist.

1974 wurden er und einige seiner Mitstreiter aus dem nordirischen Parlament getragen, als sie sich nach einer Neuwahl weigerten, ihre Plätze in der ersten Reihe aufzugeben. Allein für Paisley benötigte man 8 Polizisten…

1979 zog Paisley ins EP ein. “On the opening day, he was the first MEP to speak […] when he protested that the Union Flag was flying the wrong way up outside the Parliament Buildings”…

Soweit ein paar Beispiele. Dass Paisley jetzt mit Sinn Fein zusammen regiert, ist tatsächlich extrem verwunderlich. Bis vor einigen Jahren weigerte er sich noch, mit Vertretern der Partei überhaupt in einem Raum zu sitzen. Dagegen scheint es ja harmlos, dass er nun lediglich das gemeinsame Foto verweigert.

Interessant ist, dass Martin McGuinnes ihm in seiner Funktion als “Deputy First Minister” so gut wie gleichgestellt ist. Beide können vom Parlament nur unter bestimmten Mehrheitsbedingungen gemeinsam gewählt und gemeinsam wieder abgewählt werden. Tritt einer vorzeitig zurück, muss auch der andere seinen Posten räumen. Paisley ist 81, spannend wird, ob diese Klausel auch bei einem eventuellen Ableben greift und welcher Sturkopf nachkommt…

Nachruf

Bloged in Allgemein von linda Sonntag Mai 20, 2007

Wir kannten uns etwa seit 2 Monaten und gewöhnten uns immer besser aneinander. Fast jeden Tag verbrachten wir zuletzt einige Zeit miteinander. Ich genoss Deine Zuverlässigkeit - Du machtest einem vieles leichter, bequemer und erfreulicher. Insbesondere nachts erhelltest und verkürztest Du mir oft den Heimweg.

Nur eben, als wir uns an der Holstenstraße wiedersehen wollten, warst Du plötzlich weg, und ich habe das dumme Gefühl, dass es keine Begegnung mehr geben wird zwischen uns. Ohne eine Spur warst Du plötzlich verschwunden, obwohl ich mein möglichstes getan hatte, Dich dort zu halten.

Mein geliebtes silbernes Aldi-Fahrrad, vielen Dank für Deine kurzen treuen Dienste. Möge, wer auch immer sich Deiner angenommen hat, Dich ebenso zu schätzen wissen. Insbesondere in Anbetracht des nahenden Sommers werde ich mich wohl nach einem ebenbürtigen Nachfolger für Dich umsehen müssen. :(

Blog eröffnet

Bloged in Allgemein von linda Samstag Mai 19, 2007

Von nun an blogt die Bierwärtin!

Kuriositäten zwischen Uni, Rathaus, GJ, Kochtopf und Weltenbummlerei. Was auch immer mich erheitert oder nachdenklich stimmt, soll künftig auch Euch nicht vorenthalten bleiben!

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