Liebeskummer-Strategien
Ich möchte heute auf ein Thema eingehen, zu dem wohl fast jeder etwas sagen kann: Die Freundschafts-Frage im Liebeskummer-Fall.
Der Vorsatz “Lass uns Freunde bleiben” insbesondere nach dem Scheitern einer Beziehung ist bekannt. Ich denke, dass er in den meisten Fällen tatsächlich auch ernst gemeint ist. Schließlich erscheint es unwahrscheinlich, dass man eine Beziehung überhaupt erst eingeht, wenn man sich nicht irgendwie sympathisch ist. Zudem lernt man sich in einer Beziehung sehr gut kennen und baut ein enges Vertrauensverhältnis auf.
Dennoch ist es aus meiner Sicht fraglich, ob jene Freundschafts-Aufrechterhaltung, insbesondere für die verlassene Person, die beste beste Strategie ist. Und diese Freundschafts-Infragestellung gilt nicht nur für das Ende von Beziehungen. Auch nach Affären oder in einer bestehenden Freundschaft - sobald eine von beiden Personen sich insgeheim mehr erhofft, stelle ich mir jedesmal die Frage, ob nicht der bewusste Abstand voneinander die bessere Lösung ist, um über Liebeskummer hinwegzukommen. Andererseits ist es auch dann erst einmal quälend, den anderen nicht zu sehen oder von ihm zu hören.
Blicke ich zurück, so habe ich in beschrieben Situationen von meiner Seite aus fast nie eine völlige Freundschafts-Kappung vollzogen. Und tatsächlich ist es in einem Fall gelungen, aus der Liebeskummer-Situation zu einer sehr engen und langjährigen Freundschaft zu kommen, die ich nicht missen möchte. In einem anderen Fall jedoch ging die fast komplette “Funkstille” von anderer Seite aus, und merklich kürzer war die harte “Kummerphase” trotzdem nicht.
Somit verbleibe ich ratlos und muss wohl noch einige “Freundschaftsversuche” miterleben, bis sich meine Frage mit Hilfe quantifizierbarer Ergebnisse beantworten lässt.



am 6. Juni 2007 um 23:58 Uhr.
Morgen mußt du mir mehr erzählen!
Doch bin ich grundsätzlich deiner Meinung. Zwar nicht was Affären angeht, doch aber Beziehungen: Schließlich ist eine Trennung immer sehr verletzend - und die Enttäuschung, das Entsetzung, die Seelenwunden machen es oft unmöglich das aus den Trümmern einer Liebe etwas neues - eine Freundschaft - wachsen kann. Soweit jedenfalls meine Theorie. Für (signifikante) Empirie fehlen mir Erfahrungen…
am 9. Juni 2007 um 04:56 Uhr.
Ich denke, solange einer von beiden mehr empfindet als Freundschaft ist es schwierig. Danach sollte es gehen. Die Frage ist, ob man sich nicht in der Zeit dazwischen evtl. zu sehr entfremdet.
Ich hab eine Ex-Freundin etwa ein Jahr nach der Trennung wiedergetroffen und es war komisch. Man hatte sich nicht wirklich was zu sagen.
Aber das ist sicher von Fall zu Fall anders. Aber ein paar Dinge stimmen bei den meisten Fällen.