Bierwärtin 

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Ein junger Querschnitt durch die politische Landschaft Hamburgs

Bloged in Politische Kuriositäten von linda Donnerstag September 27, 2007

Es war haarsträubend und doch faszinierend - ich saß eben mit Vertretern von den Jusos, Julis und der Schülerunion auf dem Podium beim Budni-Forum zum Thema Oberstufen-Reform.

Nachdem die CDU-Pläne für eine neue Hamburger Oberstufe ca. eine halbe Stunde lang von fast allen Seiten auseinandergenommen wurde und man sich versicherte, dass mehr individuelle Förderung und ein Unterricht, der zum selbständigen Lernen ermuntert, wichtig seien, schnitt die Moderatorin das Thema “Schulstruktur” nur am Rande an - und los ging es…

Die Debatte, die entbrannte, war faszinierend, da sie trotz des jungen Alters der Podiumsteilnehmer (jener von der Schülerunion war 15!) die Diskussion der Hamburger Parteien en detail widerspiegelte. So war auf dem Podium ein sympathischer Juso-Vertreter aus Harburg, der sich für die “Schule für alle” einsetzte, während sein Kollege aus dem Juso-Landesvorstand im  Publikum für die Beibehaltung der Gymnasien plädierte - siehe SPD Hamburg: Uneinigkeit beim Schulthema!

Sehr viel schockierender  war allerdings die Argumentation von Julis und junger Union. So standen mir sämtliche Haare zu Berge, als der Kerl von der Schülerunion meinte, in heterogenen Klassen könne man nicht lernen, denn eine Gruppe sei immer nur so stark wie ihr schwächstes Glied… Fast noch schockierender allerdings die Juli-Aussage, man habe doch auch in der Gesellschaft die Aufspaltung in Eliten und Nicht-Eliten. Warum solle man also in der Schule künstlich mischen, was sich hinterher eh trennt. No comment…

Dazu muss man sagen, dass das Publikum zwar deutlich in die grüne Richtung tendierte, jedoch großen Respekt davor zollte, dass sich insbesondere jene beiden sehr jungen PolitikerInnen trauten, ihre kontroversen Ansichten die gesamte Diskussion über zu vertreten. Selten erlebte ich zudem eine solch ehrliche Debatte. Es bleibt zu hoffen, dass Julis, junge Union und auch der störrische Juso-Flügel ihre Positionen nach diesem Abend noch einmal überdenken…

Und der weiße Zettel in den blauen Umschlag und dann zusammen mit dem 2. Zettel in den roten… Abschicken!

Bloged in Politische Kuriositäten, Allgemein von linda Montag September 24, 2007

Endlich kamen heute meine Briefwahlunterlagen für den Volksentscheid. Ursprünglich sollten sie spätestens letzten Freitag zugestellt worden sein, dann verlängerte sich die Frist bis übermorgen.

Scheinbar nicht einfach, alle HamburgerInnen vernünftig mit Briefwahlunterlagen zu versorgen - schon gar nicht bei einem Senat, der die Volksgesetzgebung auf Biegen und Brechen zu blockieren versucht. So wurde denn auch unsere GJHH-Pressemitteilung zu den bereits bekannt gewordenen Unstimmigkeiten von der Springer Presse vergangene Woche geflissentlich ignoriert.

Mittlerweile ist sie voll auf die Propaganda-Kampagne der CDU eingeschwenkt. Jene behauptet, in Zukunft könne eine kleine Minderheit in Hamburg die Verfassung ändern, wenn der jetzige Volksentscheid erfolgreich ist. Dabei würde es sich auch künftig um 35% der Abstimmungsberechtigten handeln. Das sind 420.000 Stimmen - weit mehr, als 2004 ihr Kreuz bei der CDU gemacht haben und dieser damit zur absoluten Mehrheit verhalfen. Und die Hamburger CDU ändert, wie man weiß, viel zu häufig Gesetze im Alleingang…

Doch der Weg zu mehr Mitbestimmung durchs Volk ist in Hamburg lang. Bei den Briefwahlunterlagen bedeutet er im Klartext: Der Abstimmungszettel muss in den blauen Umschlag und jener gemeinsam mit dem unterschriebenen Abstimmungsschein dann in den roten. Danach ab in den Briefkasten - diesmal immerhin portofrei.  Also los, liebe HamburgerInnen!

Die BRD - scheinbar ein Dorf…

Bloged in Kuriositäten des Alltags von linda Sonntag September 23, 2007

Göttingen, Berlin, München - seit meine neue Bahncard 50 am letzten Samstag ihre Gültigkeit erlangte, wurde sie bereits voll ausgekostet. Doch die ewige Reiserei schlaucht, wie ich nun merke. Bis zu dem Flug nach Istanbul Ende Oktober bleibe ich ersteinmal Hamburg treu.

Dabei scheint man mittlerweile fast überall ein Stück Heimat entdecken zu können. So unterhielt ich mich gestern beim Oktoberfest mit einigen Jünglingen, von denen zwei, wie sich herausstellte, ebenfalls aus Hamburg kamen.

-”Ich wohn in Altona”.

- “Ja, ich auch”

- “Billrothstraße”

- “Ja, ich auch”

Wie sich dann herausstellte, stammt der Maschinenbau-Student zwar ursprünglich aus München, wohnt jedoch seit einem Jahr hier in Hamburg in der Wohnung über mir. Und lud mich in Anbetracht dieser Überraschung prompt für nächste Woche zum Essen ein. Ob er sich daran noch erinnert, bezweifle ich. Aber für den Fall, dass in meinem Kühlschrank mal wieder gähnende Leere herrscht, ist es gut zu wissen, wo man sich einen Schluck Milch leihen kann. Oder ein Weißbier…

Der grüne Sonderparteitag - die Perpektive “2. Reihe vorne links, vorletzter Stuhl”

Bloged in Politische Kuriositäten von linda Sonntag September 16, 2007

Seit dem Ende des gestrigen grünen Sonderparteitags in Göttingen zum Afghanistan-Einsatz berichten die Medien nun, es habe eine 4-stündige äußerst hitzige Debatte gegeben. “Die Partei ist gespalten” heißt es vielfach. Derart scharf ist meine Beurteilung nicht: Ich spürte unter den Delegierten in den meisten Punkten eine große Einigkeit, welche der Diskussion vielfach zu gähnender Langeweile verhalf. “Ich hatte zu wenig Schlaf letzte Nacht” versicherten Jens und ich uns in regelmäßigen Abständen gegenseitig, wenn wir da vorne links in der Göttinger Lokhalle wieder einmal gähnten oder mit den Gedanken abschweiften. Denn wirklich mitreißende Reden waren von der Bühne nur relativ selten zu hören.

Strategiewechsel ist wohl das Schlagwort dieses Parteitages” brachte es eine Delegierte am Rednerpult auf den Punkt. Und tatsächlich waren sich eigentlich fast alle in zahlreichen Punkten einig: OEF-Einsatz ablehnen, ISAF-Mandat verlängern und in dessen Rahmen aber den zivilen Aufbau in Afghanistan verstärkt vorantreiben. Uli Cremer kämpfte hingegen auf verlorenem Posten, als er sich dafür aussprach, alle deutschen Soldaten 2008 abziehen zu lassen. Seine Ansicht ist ganz sicher nicht das Signal des Göttinger Parteitages!

Umstritten waren insbesondere die Frage der Tornadoeinsätze und daraus resultierend eine Abstimmungsempfehlung für die grüne Bundestagsfraktion. Denn ein einfaches “ja” würde der Bundesregierung signalisieren, das ISAF-Mandat in unveränderter Form inklusive Tornados kritiklos zu begrüßen. Schade nur, dass jene umstrittenen Fragen in der scheinbar endlosen Debatte kaum zur Sprache gebracht wurden. Immer wieder versicherten sich alle Seiten, dass ISAF auf jeden Fall weitergehen müsse, der zivile Aufbau dabei aber extrem wichtig sei. Den bestehenden innerparteilichen Konflikt wirklich ansprechen taten Renate Künast, Anna Lührmann, Krista Sager oder Robert Zion und erhielten dabei entsprechende Meinungsbekundungen der einen oder anderen Seite aus dem Saal. Die mit Spannung erwartete Rede Jürgen Trittins war hingegen, wie auch von den Medien vielfach bemerkt, wenig fesselnd. “Ich sage ganz viel ganz aufgeregt, habe aber nichts zu sagen“, könnte man sie beschreiben, weshalb der Saal in keiner Form an seinen Lippen hing.

Die Redezeit muss heute konsequent von jedem eingehalten werden, egal wie prominent er oder sie auch sein möge“, hatte das Präsidium vorher verkündet und spielte damit wohl auch auf Christian Ströbele an, der sich im vergangenen Dezember in Köln in einer flammenden Rede partout nicht vom Mikrofon hatte verabschieden wollen. Bei diesem Parteitag in Göttingen jedoch verteidigte lediglich eine Rednerin stur ihren Platz am Mikro. Flammend war deren Rede allerdings kaum. Mit dem Zitieren verschiedenster Paragraphen setzte sie sich für die Rechte afghanischer Frauen ein und ließ sich auch dadurch kaum beeindrucken, dass bei einer Abstimmung per Handzeichen die deutliche Mehrheit der Delegierten dafür votierte, sie möge das Podium endlich verlassen.

Wohl auch, da man von den afghanischen Frauen an jenem Tag bereits ein paarmal zu oft gehört hatte. “Wer mit ‘Nein’ stimmen will, lässt die afghanischen Frauen im Stich“, argumentierte die eine Seite, während die andere mit “Ein ‘Weiter so’ ist kontraproduktiv für die Durchsetzung der Frauenrechte in Afghanistan” antwortete. Letztendlich hatte Claudia Roth recht, als sie anmerkte, es sei einfach nur zynisch, afghanische Frauen zum Spielball in der Argumentation zu machen.

Generell erntete die Parteivorsitzende in ihrer Rede zum Abschluss der Generaldebatte viel Beifall, obwohl sie dabei jenen Leitantrag vorstellen sollte, der später in der Gunst der Delegierten durchfiel. Doch auch sie betonte noch einmal jene Punkte, in denen sich sowieso alle einig waren, und dazu gehört auch: ISAF muss weitergehen, allerdings verbunden mit einem Strategiewechsel. Alle Medien, die das Ergebnis des Parteitages nun als eine grüne Aufforderung zum Abzug deutscher Truppen aus Afghanistan interpretieren, haben die Parteitagsdebatte schlichtweg nicht verstanden!

Der Antrag Robert Zions lässt jene Handlungsoption offen, die der Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND von Beginn an vorgeschlagen hatte und die auch ich befürworte: Eine Enthaltung der Bundestagsfraktion bei der von der Bundesregierung verknüpften Abstimmung zur unveränderten Fortführung von ISAF plus Tornadoeinsatz bei gleichzeitiger Einbringung eines eigenen grünen Antrages, wie ein von uns befürworteter ISAF-Strategiewechsel aussehen kann.

GrüneR BundestagsabgeordneteR möchte ich in der aktuellen Situation trotzdem gerade nicht sein…

Der Sockenhimmel

Bloged in Kuriositäten des Alltags von linda Freitag September 14, 2007

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Wieder einmal hat sich beim Zusammenlegen meiner Wäsche gezeigt, dass eine Socke verschwunden scheint.

Jedesmal wieder stellt sich mir dann die Frage, wo all jene einsamen Socken, die täglich in sämtlichen Haushalten ihren jeweiligen Partnern die Treue aufkündigen, eigentlich bleiben. In der Annahme, dass Materie sich auch in der Waschmaschine nicht so einfach auflöst, habe ich nur wenige Erklärungen, die mich allesamt nicht zufriedenstellen können:

1. Zu harte Waschgänge führen in regelmäßigen Abständen zum berühmt-berüchtigten Sockentod. Aus der Waschmaschine heraus geht es für die Opfer auf für uns unergründlichen Wegen auf einen Sockenfriedhof, welcher immense Ausmaße haben muss. Ob es die Sockenseelen weiter in Richtung Sockenhimmel oder Sockenhölle treibt, sei dahingestellt.

2. In den Wasserrohren der Stadt lebt das Sockenmonster, dessen Leibgericht nicht schwer zu erraten ist. Wird irgendwo eine Waschmaschine in Gang gesetzt, so spürt das Monster dies instinktiv, schlängelt sich durch die entsprechenden Rohre und jagt in der Trommel nach wehrlosen Socken, die es genüsslich verzehrt. Auch hier ist der Weg der Sockenseele offen.

3. Für den Menschen am nachvollziehbarsten erscheint die Erklärung vom Sockendieb. Heimlich bricht er in Wohnungen ein, wenn deren Besitzer die laufende Waschmaschine auch nur für einen kurzen Moment allein zurückgelassen haben. Trotz größter Kraftanstrengungen öffnet er für ein paar Momente die Trommel, greift sich die erstbeste Socke und verschwindet damit. Zu Hause befindet sich sein Socken-Versuchslabor, in dem die armen Geschöpfe dubiose Medikamentenmixturen über sich ergehen lassen müssen, für welche Tierversuche längst nicht mehr zugelassen sind. Vor langer Zeit wurde das Labor einst von einem tapferen Sockenretter entdeckt, der daraufhin die Redewendung “Du arme Socke” prägte. An den genauen Ort des Labores konnte er sich mysteriöserweise sofort nach dessen Verlassen nicht mehr erinnern, so dass die große Socken-Rettungsaktion bisher ausblieb.

Goodbye, Heimchen Herman - danke, NDR!

Bloged in Politische Kuriositäten, Allgemein von linda Sonntag September 9, 2007

Der NDR hat sich endgültig von Eva Herman getrennt. Nachdem die Blondine die Nation monatelang mit ihren seltsamen Ansichten zur “traditionellen Rolle der Frau” genervt hatte, war es in den letzten Monaten erfrischend still um die Talkshow-Moderatorin geworden. Das hielt Frau Herman anscheinend nicht aus:

Die Karrieremutti, die trotz ihrer Ansicht, Frauen hätten Mann und Kinder zu Hause zu verwöhnen, fleißig weiterarbeitete, veröffentlichte nach dem “Eva-Prinzip” nun ein neues Buch mit dem vielversprechenden Namen “Das Prinzip Arche Noah - warum wir die Familie retten müssen”.

Im Rahmen von dessen Promotion entwich ihr dann die Aussage, die das Fass beim NDR scheinbar endgültig zum Überlaufen brachte. So sei das dritte Reich zwar nicht die schönste Zeit gewesen, die damalige Wertschätzung von Familie und insbesondere Müttern unter dem Nazi-Regime war jedoch ganz nach Frau Hermans Geschmack.

Nicht nur, dass diese Aussage inhaltlich eine grenzenlose Dummheit ausdrückt. Die nationalsozialistische Politik gründete sich auf verschiedene Prinzipien, die in ihrer Gesamtheit ein Konzept darstellten, welches das Nazi-Regime leider zu dem machte, was es war. Einzelne Teile aus dieser politischen Ideologie nun zusammenhangslos herauszugreifen und zu bewerten, kann nicht funktionieren. Ganz davon abgesehen, dass wohl kaum eine Frau heutzutage noch derart auf das “Heimchen-Dasein” reduziert werden möchte, wie Frau Herman es gern hätte.

Darüber hinaus beweist die einstige Tagesschau-Sprecherin außerdem erschreckend wenig Gespür für ihre eigene Außenwirkung. Als medienerfahrene Journalistin hätte sie wissen können, dass Nazi-Vergleiche schon so manche Karriere abrupt beendet haben.

Mein Mitleid für ihre Entlassung hält sich somit in Grenzen. Wie ich Frau Herman kennengelernt habe, lässt sich zudem nicht ausschließen, dass sie bald zum neuen Karrieresprung ansetzt - vielleicht als Kandidatin der Kusch-Partei für die Nachfolge von Familienministerin von der Leyen !?

Schlüsselerlebnisse im Zweiradgeschehen

Bloged in Allgemein von linda Donnerstag September 6, 2007

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Langsam habe ich das Gefühl, höhere Mächte wollen mich um jeden Preis daran hindern, Hamburgs (ohnehin grottenschlechte) Fahrradverkehrswege unsicher zu machen.

Nachdem mir vor einigen Monaten mein zu jenem Zeitpunkt ziemlich neues Fahrrad geklaut worden war, beglückten meine Eltern mich anlässlich meines Geburtstages kürzlich mit einem neuen Drahtesel - inklusive eines robusten Bügelschlosses.

Dass jenes sich nicht so einfach öffnen lässt, demonstrierte es mir, als ich heute aus dem Büro nach Hause fahren wollte. So hatte ich beim Versuch des Aufschließens plötzlich nur noch den halben Schlüssel in der Hand.

All meine Hoffnungen ruhen nun auf Fraktionsfee Carlos, der mir versicherte, mit aller Kraft daran zu arbeiten, die 2. Schlüsselhälfte wieder aus dem Schloss herauszulösen. Noch habe ich zwei Ersatzschlüssel…

Intensive Schreibstilanalyse

Bloged in Diplomarbeit von linda Montag September 3, 2007

insbesondere, relativ, wesentlich, zahlreich… Was haben all diese Begriffe gemeinsam?

Sie kommen zu häufig in meiner Diplomarbeit vor!

Das heutige Treffen mit meinem ersten Korrektor brachte noch einmal gute Impulse und produktive Verbesserungsvorschläge. Tatsächlich hat sich der Freund meiner Mutter, welcher nach längerer Uni-Tätigkeit nun seinen Ruhestand genießt, die  Zeit genommen, meine 120 Seiten innerhalb von 4 Tagen zweimal durchzulesen und dabei alle Begriffe herauszuschreiben, die sich zu häufig wiederholen. Eine Liste von 15 Wörtern, für die nun Synonyme gefunden werden müssen.

Darüber hinaus einige Anregungen, was im Fazit noch fehlt und welche Begriffe unklar sind. Ich bin begeistert und brenne nun täglich mehr darauf, das fertige Exemplar endlich gebunden in den Händen zu halten.

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