Ein junger Querschnitt durch die politische Landschaft Hamburgs
Es war haarsträubend und doch faszinierend - ich saß eben mit Vertretern von den Jusos, Julis und der Schülerunion auf dem Podium beim Budni-Forum zum Thema Oberstufen-Reform.
Nachdem die CDU-Pläne für eine neue Hamburger Oberstufe ca. eine halbe Stunde lang von fast allen Seiten auseinandergenommen wurde und man sich versicherte, dass mehr individuelle Förderung und ein Unterricht, der zum selbständigen Lernen ermuntert, wichtig seien, schnitt die Moderatorin das Thema “Schulstruktur” nur am Rande an - und los ging es…
Die Debatte, die entbrannte, war faszinierend, da sie trotz des jungen Alters der Podiumsteilnehmer (jener von der Schülerunion war 15!) die Diskussion der Hamburger Parteien en detail widerspiegelte. So war auf dem Podium ein sympathischer Juso-Vertreter aus Harburg, der sich für die “Schule für alle” einsetzte, während sein Kollege aus dem Juso-Landesvorstand im Publikum für die Beibehaltung der Gymnasien plädierte - siehe SPD Hamburg: Uneinigkeit beim Schulthema!
Sehr viel schockierender war allerdings die Argumentation von Julis und junger Union. So standen mir sämtliche Haare zu Berge, als der Kerl von der Schülerunion meinte, in heterogenen Klassen könne man nicht lernen, denn eine Gruppe sei immer nur so stark wie ihr schwächstes Glied… Fast noch schockierender allerdings die Juli-Aussage, man habe doch auch in der Gesellschaft die Aufspaltung in Eliten und Nicht-Eliten. Warum solle man also in der Schule künstlich mischen, was sich hinterher eh trennt. No comment…
Dazu muss man sagen, dass das Publikum zwar deutlich in die grüne Richtung tendierte, jedoch großen Respekt davor zollte, dass sich insbesondere jene beiden sehr jungen PolitikerInnen trauten, ihre kontroversen Ansichten die gesamte Diskussion über zu vertreten. Selten erlebte ich zudem eine solch ehrliche Debatte. Es bleibt zu hoffen, dass Julis, junge Union und auch der störrische Juso-Flügel ihre Positionen nach diesem Abend noch einmal überdenken…



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