500 Euro für eine menschenunwürdige Behandlung
Ich schwanke gerade zwischen den Optionen, eine Schriftliche Kleine Anfrage einzureichen oder den Leiter des Prüfungsamtes 2 anzurufen, um dafür zu sorgen, dass die dort beschäftigte Frau T. mindestens eine solche Behandlung erfährt, wie sie sie mir heute morgen zuteil werden ließ…
Mein Antrag auf Befreiung von Studiengebühren wurde kürzlich abgelehnt, weshalb ich derzeit 500 Euro dafür berappe, an dieser Universität noch 2 Prüfungen ablegen zu dürfen. “Studiengebühren führen zu mehr Serviceorientierung” war in der Vergangenheit eines der gewichtigsten Argumente von Befürworter.
Von Serviceorientierung spürte ich wenig, als Frau T. sich heute morgen weigerte, mir das Formular auszuhändigen, mit dem ich mich zu meinen letzten Prüfungen anmelden kann.
“Gehen Sie raus, ich habe erst um 13.30 Uhr Sprechstunde“, brüllte sie mir entgegen, als ich es wagte, an ihrer Bürotür zu klopfen. Der freundliche Hinweis darauf, dass mir im Sekretariat gesagt wurde, sie sei die Vertretung der kranken Frau R. (und Frau R.s Sprechstunde beschränkt sich auf Dienstag morgen 10-12…) wurde wiederum beantwortet mit : “Aber meine Sprechstunde ist erst um 13.30 Uhr!” In meiner Dreistigkeit erzählte ich Frau T., dass ich eigentlich arbeite und schon seit einer halben Stunde im Büro sein müsse. Um 13.30 Uhr könne ich dort erst recht nicht fehlen. “Das ist nicht mein Problem“, entgegnete sie mir.
Ich bilanziere: Ich zahle 500 Euro für 2 Klausuren, die ich nicht schreiben kann, weil man mir das dafür nötige Formular nicht aushändigt.Â
Hinzu kommt eine unbeschreibliche Wut auf mich selber, da ich mich seit 3 Stunden frage, warum ich mir das habe gefallen lassen und der Frau in meiner Fassungslosigkeit nicht vor dem gesamten Flur eine Szene gemacht habe. Ich rufe jetzt den Leiter des PA 2 an…



am 16. Oktober 2007 um 20:42 Uhr.
Da sehen wir wiedermal the dark side of Studiengebühren… Viel Glück bei deinen Telefonaten!!!
am 17. Oktober 2007 um 08:59 Uhr.
Und, was ist bei rausgekommen - Konnest Du mit Deinem Telefonat etwas erreichen?
am 17. Oktober 2007 um 14:01 Uhr.
Nicht erreicht, habe Herrn B. dann eine Mail geschrieben.
Derzeit sitze ich an einer Kleinen Anfrage zum Thema Serviceorientierung an Hamburgs Universitäten. Fallen Euch noch weitere Fragen ein, außer:
Vor diesem Hintergrund frage ich den Senat:
1. Was gedenkt der Senat zu unternehmen oder hat er bereits unternommen, um zu gewährleisten, dass an den Hamburger Universitäten in Zukunft eine angemessene Serviceorientierung gegenüber Studierenden vorherrscht?
2. Gab es an den Hamburger Universitäten mit Beginn dieses Semesters Bemühungen, die Sprechstunden von Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern sowie Lehrenden deutlich auszudehnen, um für Studierende besser erreichbar zu sein? Wenn ja, inwieweit und an welchen Einrichtungen und Instituten?
3. Wie wird an den Hamburger Universitäten gewährleistet, dass Studierende auch im Krankheitsfall oder in der Urlaubszeit von Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern angemessen beraten und betreut werden?
4. Gab es an den Hamburger Universitäten spezielle Schulungen oder Bekanntmachungen, um eine bessere Serviceorientierung der Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter zu erreichen bzw. diese auf ihre Rolle als Servicekraft hinzuweisen? Wenn ja, wie sahen diese konkret aus?
5. Gibt es an den Universitäten bestimmte Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen, bei denen sich Studierende über unverschämtes Verhalten von Sachbearbeitern und Sachbearbeiterinnen beschweren können? Wenn ja, wo und in welcher Form?
a) Wenn ja, welche Konsequenzen und Maßnahmen sind vorgesehen, wenn sich die studentischen Beschwerden über bestimmte Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter häufen?
am 19. Oktober 2007 um 15:48 Uhr.
Gibt es eigentlich irgendein Papier des Senats/der Wissenschaftsbehörde/der Uni, das die “bessere Serviceleistung”, die Studiengebühren bringen sollen, definiert? Wenn Dir keines bekannt ist, würde ich als Frage 0 erst einmal nach der Defintion des Senats des Begriffs Serviceorientierung fragen. Denn nach meiner Erinnerung ist es ja bereits ein unglaublicher Service, dass es überhaupt eine Urlaubsvertretung gibt, die sich irgendwie zuständig fühlt, wenn auch zu anderer Zeit und Stunde …
am 19. Oktober 2007 um 17:58 Uhr.
Ja, das ist eine Anregung
Habe gerade eine Antwort bekommen: Es tut Herrn B. leid, was mir passiert ist, und er hat mit Frau T. gesprochen, die mich nach eigener Aussage nicht angebrüllt hat…
na gut, ein Stück Freude