Sprache und andere kleine Alltagshuerden…
“The menu, please“, erklaerte Claudius der Kellnerin in dem kleinen Istanbuler Strassencafe vergangenen Samstag, als wir dort um 14.30 Uhr frühstücken wollten. “Menu?” strahlte sie fragend zurück, und wir nickten. Doch kurz darauf erhielten wir nicht etwa die Karte, sondern man tischte uns ein Menü in drei Gaengen auf. Ziemlich viel für ein Frühstück, dennoch sehr lecker
Fast hat man sich daran gewoehnt, dass ueberall auf der Welt Englisch gesprochen wird, und ist das einmal nicht der Fall, so kann das Leben schon mal kompliziert werden. “Man bekommt einen kleinen Eindruck davon, wie es der ersten Einwanderergeneration in Deutschland ging, als sie kein Wort Deutsch verstand” analysierte Claudius unsere Situation. Wahrscheinlich ist das etwas übertrieben - immerhin beschraenkt sich meine Touristentaetigkeit hier insbesondere aufs Besichtigen, Shoppen, Taxi und Tram fahren. Behördengaenge und Aehnliches bleibt mir erspart.
Zudem spricht ein grosser Teil der hiesigen Tuerken mittlerweile tatsaechlich Englisch oder Deutsch - insbesondere in der juengeren Generation. Dass es trotzdem von Vorteil ist, des Tuerkischen maechtig zu sein, erfuhr ich gestern auf dem Basar. Eine junge Japanerin bekam eines der Tuecher vom dortigen Haendler fuer 25 Lira angeboten, der sich schliesslich auf 22 von ihr runterhandeln liess. Ich hingegen war mit Nebahat unterwegs, die für mich auf Türkisch letztlich ebenfalls den Preis von 22 Lira erstritt - allerdings fuer 2 Tuecher. Als sie dem Haendler dann noch erzaehlte, sie sei Politikerin in Deutschland, meinte er, sie in der Zeitung gesehen zu haben, und es gab noch einen Tee für uns beide obendrauf
Soviel zu der Sprache. Eine etwas kleinere Hürde stellt die hiesige PC-Tastatur dar. Es dauerte ein paar Minuten, bis ich das richtige “i” fand und so endlich an meine e-mails kam… Und warum gibt es hier zwar die Umlaute “ü” und “ö”, das “ae” jedoch nicht?
Insgesamt jedoch ist Istanbul faszinierend und das rueckstaendige Klischee, was bei vielen Deutschen in Bezug auf Türken vorherrscht, findet sich hier in keiner Weise wieder. Vielmehr laesst sich einiges lernen. Die Chip-Zahlweise in oeffentlichen Verkehrsmitteln ist verkehrspolitisch eine gute Anregung. Und das Wetter würden wir in Hamburg sowieso gern übernehmen ![]()



am 23. Oktober 2007 um 16:41 Uhr.
ä = ALT+132 (also Alt-Taste gedrückt lassen, 132 auf dem Nummernblock tippen)
am 26. Oktober 2007 um 13:04 Uhr.
Erzählte ich von dem Abenteuer eine AUfenthaltsgenehimigung zu beantragen? Oder eine Steuernummer? Oder ein Konto zu eröffnen?
Schön wars mit dir!