Bierwärtin 

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Für ein Recht auf Motivationslosigkeit

Bloged in Kuriositäten des Alltags, Allgemein von linda Donnerstag November 29, 2007

“Du bist jung, Dein Job nächste Legislatur ist sicher, Du hast einen guten Listenplatz für die Bürgerschaft und Dein Diplom fast in der Tasche. Warum bist Du motivationslos???”, fragte man mich heute kopfschüttelnd, als ich im Büro über den Flur schlurfte. Ich weiß nicht, warum… Darf man nicht einfach mal einen Tag motivationslos sein?

Nürnberg 07 - muss es denn immer ein Skandal sein?

Bloged in Politische Kuriositäten, Allgemein von linda Montag November 26, 2007

“Die SPD will 130 auf deutschen Autobahnen” war die großartige Top-Story nach dem Hamburger SPD-Parteitag vor einigen Wochen. Es gibt Spannenderes in diesem Land, dachte ich - vor allem vor dem Hintergrund, dass grüne Forderung schon länger ein Tempolimit von 120 ist und die GRÜNE JUGEND Tempo 100 beschlossen hat.

Nun saß ich am Wochenende wieder einmal bei der grünen Bundesdelegiertenkonferenz in Nürnberg, und Pressemeinung ist im Nachhinein, der Parteitag sei einfach nur langweilig gewesen. Die angereisten Journalisten hatten gerüchteweise vielfach den Presseball sausen lassen, weil sie auf einen Rücktritt des Bundesvorstands oder ähnliche Skandälchen hofften. Dass der Parteitag einfach nur rund lief, schien viele zu ärgern. Letzter Provokateur, an den man sich vielfach klammerte, um wenigstens ein bißchen Streit übertragen zu können, war Oswald Metzger, dessen Auftritt ich persönlich ganz einfach nur peinlich fand und den ich eher als ein bißchen komödiantische Einlage am Rand wahrnahm…

Dass nebenbei ein umfassender sozialpolitischer Antrag beschlossen wurde, mit der grünen Marktwirtschaft nun ein innovatives wirtschaftspolitisches Konzept vorliegt oder ein NPD-Verbot mit großer Mehrheit abgelehnt wurde, schien die Presse eher am Rande zu interessieren. Schade eigentlich, dass es in der Außenwirkung sooooo langweilig ist, wenn eine funktionierende Partei einfach nur Politik macht.

Im Kampf gegen den unerbittlichen Selbstzerstörungszwang

Bloged in Allgemein von linda Mittwoch November 21, 2007

“Wer nicht hören will, muss fühlen”, lautet ein altes Sprichwort, das suggeriert, durch körperliche Pein lerne man aus seinen vorher begangenen Fehlern. Seit 25 Jahren bin ich in stetiger Hoffnung, dass sich dieses Sprichwort bei mir bewahrheitet - dass ich es schaffe, auf meine innere Stimme und meine Mitmenschen zu hören, die genau wissen, wie falsch es ist, dem stetig wiederkehrenden Juckreiz nachzugeben und sich selbst zu zerkratzen. Bis jetzt hoffe ich erfolglos.

Ich bin froh, dass derzeit Herbst ist, denn so fallen meine von der Neurodermitis geplagten Armbeugen nicht sofort ins Auge,  sondern werden meist von Ärmeln verdeckt. Die stetigen Schmerzen beim Beugen und Strecken wecken dennoch immer wieder unvermeidlich die vorwurfsvolle Frage, warum ich dem Juckreiz vorher nachgegeben hatte.

Schlimmer noch schien vor ein paar Jahren die Situation, in der meine Hände der Kratzwut zum Opfer fielen. Ständig offene und sichtbare Wunden ließen mich zögern, Menschen ungezwungen die Hand zu geben, wenn ich nicht gerade - auch im Hochsommer - mit Baumwollhandschuhen herumlief. Mittlerweile sind die Wunden an den Händen verheilt, und jeder BKA-Beamte dürfte sich durch die zurückgebliebenen Narben über meine schnell erkennbaren unverwechselbaren  Fingerabdrücke freuen.

Ich kann keine Ratschläge mehr hören! Die Cremes und Hausmittel, welche mir in den letzten Jahrzehnten empfohlen wurden, dürften langsam nicht mehr zu zählen sein. Wirklich geholfen hat in der frühen Kindheit eine strenge Lebensmitteldiät, in den letzten Jahren phasenweise nur die Homöopathie. Dauerhaft bis jetzt jedoch leider auch sie nicht.

Schlimmer als die zahlreichen Ratschläge sind jedoch die stetigen, wenn auch gut gemeinten, Ermahnungen. Der kurze Befehl “Nicht kratzen!” ist in keiner Form hilfreich - läuft er doch, meist bereits bevor er aus fremdem Munde kommt - bereits stetig in meinem eigenen Kopf ab. “Es geht einfach nicht”, muss ich fast jedesmal leidend eingestehen und weiß dabei nicht, ob ich mich mehr über mich selbst oder über den altklugen Ratgebenden ärgern sollte.

Mit einem Freund von mir geriet ich darüber eine Zeitlang regelmäßig in Streit. “Kratz nicht!” - “Ich muss, es geht nicht anders” - “Du musst überhaupt nicht, reiß Dich einfach zusammen!” Derartige Dialoge brachten mich regelmäßig auf die Palme. So lange, bis er eines Tages von einer Bremse gestochen worden war und sich unerbittlich sein Bein rieb. “Du darfst nicht kratzen”, ermahnte ich ihn damals ein bißchen schadenfroh. “Ich muss, es geht einfach nicht anders”, kam zur Antwort. “Reiß Dich zusammen, dann geht das”, erwiderte ich. Danach war das Thema zwischen uns erledigt…

In jenem Fall stimmte das Sprichwort: “Wer nicht hören will, muss fühlen!” Ich hoffe, auch ich schaffe es irgendwann, auf meine innere Stimme zu hören und dem Juckreiz zu widerstehen. Noch viel lieber gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass ich ihn irgendwann aus meinem Leben werde verbannen können. Bis dahin geht der Kampf gegen mich selbst tagtäglich weiter.

Neueste Klimaschutz-Kuriositäten

Bloged in Politische Kuriositäten von linda Freitag November 16, 2007

Eigentlich wollte ich dieses Blog ja nicht zu politisch werden lassen, aber derzeit kann ich mich irgendwie nicht zurückhalten. Zumal ich nun offiziell Bürgerschaftskandidatin bin und natürlich vom sehr persönlichen Interesse getrieben werde, für ein gutes grünes Ergebnis zu sorgen, damit mein Listenplatz 13 noch Chancen hat, in die nächste Bürgerschaft einzuziehen…

Auf SPIEGEL online findet sich gerde mal wieder ein Artikel zum Kopfschütteln. “Klimaschutz könnte für Deutschland zum Wirtschaftsrisiko werden: Davor warnt eine neue Studie des Wirtschaftsministeriums”, so der erste Satz. Ich frage mich, was hier zum Risiko wird, wenn man den Klimaschutz links liegen lässt… Dann dürften die ganzen großen Wirtschaftsunternehmen wohl ebenfalls irgendwann futsch sein - nämlich mitsamt Maus und Mann überschwemmt höchstwahrscheinlich.

Seltsame Halbwahrheiten kennt zu diesem Thema derweil die Hamburger SPD. Ole von Beust bezeichnet das neue Kohlekraftwerk, wie bereits erläutert, im gesamtdeutschen Blick als klimafreundlich, während SPD-Kandidat Michael Naumann es, ebenfalls mit Hinweis auf den gesamtdeutschen Blickwinkel, als klimafeindlich verurteilt - aber insgesamt sei die SPD ja teilweise irgendwie eigentlich auch für Kohlekraft… ein seltsam profilloser Kurs, der an die Schuldiskussion erinnert: während die Hälfte der Partei (samt Naumann) ohne erkennbare argumentative Grundlage für den “Erhalt der Gymnasien” plädiert, unterstützt die andere Hälfte das grüne Konzept einer “Schule für alle”, die auf individueller Förderung beruht. Ich hoffe, bis zur Wahl wird das rote Parteiprofil noch etwas klarer, sonst sehe ich schwarz :(

Sitzblockade für Hamburgs Klima

Bloged in Politische Kuriositäten von linda Donnerstag November 15, 2007

Ich bin fassungslos - obwohl es vorauszusehen war, hatte ich bis zuletzt nicht geglaubt, dass es mit der vorzeitigen Baugenehmigung für das Kohlekraftwerk Moorburg so schnell gehen würde.

Noch viel unglaublicher erscheint mir dabei allerdings das Interview des Bürgermeisters im heutigen Abendblatt. Ich hatte erwartet, dass er betont, die Genehmigung sei erst einmal nur vorläufig und der CO2-Ausstoß geringer als erwartet. Stattdessen liest man bescheuerte Argumente a la “wir müssen den gesamtdeutschen Markt im Blick haben”, die obendrein noch falsch sind, denn das Kraftwerk in Moorburg wird - zusammen mit den anderen geplanten Kohlekraftwerken Norddeutschlands - mehr als 100% Stromüberschuss produzieren. Seinen Plan von Hamburg als “Klimahauptstadt” scheint der Bürgermeister über die gesamtdeutschen Überlegungen plötzlich vergessen zu haben und dass die durch das Kraftwerk erwartete Erwärmung der Elbe verheerende ökologische Folgen haben wird, damit konfrontiert der Interviewer der Springer-Presse von Beust leider gar nicht erst.

Neben meiner Fassungslosigkeit über den dreisten Umgang mit Volksentscheiden bringt mich von Beust mit dieser Aktion einmal mehr zum Kochen. Da hilft nur eines: Baustelle besetzen! Ich freu mich über Gesellschaft!

Die Uni Hamburg - immer wieder ein Erlebnis!

Bloged in Kuriositäten des Alltags, Allgemein von linda Montag November 5, 2007

Es ist faszinierend: Da ich derzeit keine regulären Lehrveranstaltungen mehr belege, beschränken sich meine Aufenthalte an der Universität auf  Sprechstunden-Besuche, Sekretariats- und Verwaltungskonsultationen sowie Semesteranfangspartys. Dennoch ist es jedesmal wieder ein Abenteuer, an der Uni zu verweilen.

Während ich heute in der Sprechstunde von Prof. Ossenbrügge saß, stürmte nach ca. 10 Minuten dessen Sekretär aufgeregt das Büro. “Es ging gerade eine e-mail über den Verteiler. Wir müssen das Gebäude räumen. Irgendwas wegen Notstrom.” Nachdem die beiden Männer diskutiert haben, ob es sich dabei um einen Spaß handelt, kommen sie auf Grund der Tatsache, dass im 7. und 8. Stock schon niemand mehr ans Telefon geht, zu der Feststellung, die Nachricht sei wohl gültig und mein Sprechstunden-Termin findet ein jähes Ende. (Glücklicherweise war das wichtigste bereits geklärt…)

Im Fahrstuhl erfuhr ich dann, dass am Vormittag der Strom im gesamten Geomatikum ausgefallen war und seitdem die Notstromaggregate liefen. Nun drohten auch diese auszufallen. Doch der Fahrstuhl erreichte das Erdgeschoss. Puh, Glück gehabt an der Abenteuer-Uni :)

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