Bierwärtin 

 home | impressum | über mich

Berufsperspektiven im Politbereich

Bloged in Politische Kuriositäten, Allgemein von linda Samstag Januar 26, 2008

“Willst Du dann später mal Bundeskanzlerin werden?” - egal, ob auf Grund meines politikwissenschaftlichen Studiums oder meines politischen Engagements; jene Frage bekomme ich mindestens einmal pro Woche zu hören, während die Fragenden grundsätzlich der Meinung sind, einen völlig neuartigen Witz aus dem Hut gezaubert zu haben. Dabei sind die Berufsaussichten beim BundeskanzlerInnenjob Job eher bescheiden: das Amt existiert lediglich einmal und wird alle vier Jahre neu gewählt. Meist bleiben die Amtsinhaber jedoch über mehrere Legislaturperioden hinweg im Job. Ich weiß nicht, wieviele Politikstudenten und politisch aktive Menschen es in Deutschland gibt, aber die Wahrscheinlichkeit, den Job zu ergattern, dürfte nüchtern betrachtet im Promillebereich liegen.

Dennoch entgegne ich den Fragenden meist, mein Berufsziel sei eher das Amt der Bundespräsidentin, um dann die Vorteile jener Tätigkeit zu erörtern. Dabei weiß ich eigentlich, dass die Berufschancen hier ebenso trostlos aussehen. Es wird gar alle 5 Jahre nur neu gewählt, und das Amt ist ebenfalls nur einmal zu vergeben.

Die aktuelle “ZEIT” stellt nun diese Woche einen weiteren interessanten Beruf im politischen Berufsfeld vor: Den Landeswahlleiter. Landeswahlleiter Von jenen gibt es in Deutschland immerhin ganze 16. Über die Amtszeit weiß ich leider wenig, aber darf man der ZEIT glauben, dass man in diesem Job pro Jahr 93 000 Euro verdient, dann ist er auf jeden Fall sehr interessant und anstrebenswert ;)

Der Hamburger Landeswahlleiter ist Herr Beiß. Ich kenne ihn ein bißchen, da er regelmäßig in meinen Deputationssitzungen in der Innenbehörde dabei ist, um über aktuelle Entwicklungen im Hamburger Wahlgeschehen zu informieren. Vergangene Woche präsentierte er mir dort die weltweit erste “Hamburger Wahltonne”, die im Gegensatz zu klassischen Urnen auch die neuen großen Stimmzettel wird fassen können und das Hamburg-Logo auf der Vorderseite trägt. Zudem beglückte das Landeswahlamt alle Deputierten mit einer Packung “Wahlsmarties” Wahlsmartiesund versüßte uns so die Zeit von Herrn Beiß’ Vortrag, in dem er darzulegen versuchte, wie sich das Hamburger Landeswahlamt derzeit auf alle Eventualitäten einstellt und was bis zum Wahltermin noch so alles zu tun ist. (Die Farbzusammensetzungen der Smartie-Packungen sind laut Herrn Beiß ganz zufällig)

Doch wer glaubt, dass Willi Beiß nur alle vier Jahre derart beschäftigt ist, der irrt: Auch bei Bundestags- und Europawahlen hat er natürlich viel zu tun und ungewöhnlich viel Arbeit dürften ihm in den vergangenen Monaten und Jahren die zahlreichen Volksbegehren und Volksentscheide in der Hansestadt gemacht haben. Aber auch die Bürgerschaftswahl fordert das Landeswahlamt häufig schon lange vorher. So hat Willi Beiß mir bereits vor ca. 6 oder 7 Monaten den digitalen Wahlstift erklärt und mich damit “Probewählen” lassen. Nun wird der Stift auf Grund von Sicherheitsbedenken doch nicht zum Einsatz kommen, obwohl das Landeswahlamt bereits viel Zeit in dessen Entwicklung investiert hatte.

Ich hoffe, Ihr habt nun einen ganz guten Überblick über den Beruf des Landeswahlleiters gewonnen - ein durchaus spannender, wie ich finde. Wenn ich groß bin, will ich trotzdem Bundespräsidentin werden. Smarties gibt es im Schloss Bellevue hoffentlich auch!

Kommentare »

  1. Michael

    Ist das nicht ein weiterer Job aus der Reihe “Juristenmonopol”?

  2. Paul

    ist es nicht so, das politologen garnicht politiker werden wollen?

  3. Michael

    Nicht zwangsläufig, aber manche dann halt doch :-).

  4. linda

    Ich denke nicht, dass man das verallgemeinern kann. Bestimmt sind viele PolitologInnen politisch interessiert und deshalb vielleicht auch politisch aktiv. Aber ich halte es immer für gefährlich, wirklich das Berufsziel “PolitikerIn” zu formulieren. Politik sollte man aus Überzeugung machen, nicht aus Abhängigkeit oder Machtwillen heraus! Wer sich nebenbei keine anderen Perspektiven offen hält, ist in dem Feld leider meist verdammt arm dran, meiner Meinung nach…

  5. Nils

    In Sachen Wahl-Smarties: Das ist ja doof. Sollen die nicht auch ein wenig “belehrend” sein? Warum dann die Kreuze so seltsam angebracht? Und hätte man - in Anlehnung an das “Logo” - nicht auch den rechten Smartie etwas von den anderen fünf absetzen sollen?

    In Reihe 5 sind zwei Kreuze. Das wäre somit ungültig… Tolle Wurst.

Einen Kommentar hinterlassen


RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack URI

Powered by Wordpress, theme by Dimension 2k, hosting and customization by cillawigs.de

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien:
Close
E-mail It