Ian Paisley - ein Mann mit “historischer Bedeutung”
“Über Tote redet man nicht schlecht” heißt es. Und immer wieder lässt sich dieses Credo auch in diversen Nachrufen beobachten.
Nicht tot, sondern lediglich kurz vor dem Rückzug ist derzeit der nordirische DUP-Politiker Ian Paisley - ein Demagoge sondergleichen. Ich hatte bereits einmal über ihn gebloggt und dabei versucht, seine Starrköpfigkeit zu verdeutlichen, die sich schlicht als “lächerlich” und “trotzköpfig” charakterisieren lässt. Traurig ist allerdings die Tatsache, dass Paisley dennoch in Nordirlands protestantischer community jahrelang viel Einfluss besaß und immer wieder blinden Hass gegen Katholiken schürte, wobei er mit extrem rassistischen Feindbildern arbeitete.
Umso erschrockener war ich gestern beim ersten Durchlesen der Meldung zu seinem politischen Rückzug auf tagesschau.de. Erschreckend positiv klangen für mich die dortigen Kommentare zu jenem Mann, der in einem Konflikt jahrzehntelang immer wieder Öl ins Feuer goss. Liest man ein zweites mal, so relativiert sich der erste Eindruck doch etwas. Fast alle zitierten Politgrößen sprechen von Paisley als einem Mann mit “historischer Bedeutung”. Traurig treffend finde ich das Zitat Tony Blairs: “Der Mann, der immer ‘nein’ sagte, wird in die Geschichte eingehen, weil er einmal ‘ja’ gesagt hat.”
Bleibt zu hoffen, dass Paisley eine moderatere Person folgen wird, die den derzeit stark brüchigen nordirischen Frieden zu festigen vermag. Damit Paisleys “Nein-Sagertum” wirklich Geschichte bleibt!



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