Erschreckend: MoPo-Leserbriefe führen latenten Rassismus vor Augen!
Kaum habe ich meinen Job als migrations- und integrationspolitische Referentin abgegeben, wird das Thema in Hamburg brandaktuell: zum einen beschäftigt das Thema der so genannten “Ehrenmorde” die Stadt, zum zweiten hat die MoPo gestern den Skandal aufgedeckt, dass Familien mit ausländischen Wurzeln in Hamburger Kleingartenkolonien offene Ablehnung entgegenschlägt.
Die Zeitung bemüht sich, den Rassismus des Kleingartenchefs Kwint zu entlarven und Gegendarstellungen zu dessen Klischees und Hassparolen darzustellen, wie auch in dem heutigen Folgeartikel zur gestrigen Berichterstattung.
Extrem erschreckend sind allerdings die abgedruckten Leserbriefe, die leider nicht online zu finden sind. In ihnen spiegelt sich wider, wie tief latenter Rassismus in der Gesellschaft verankert ist. “Das Verhalten des Vereinsvorsitzenden war vielleicht etwas plump und diskriminierend, aber es war offen und ehrlich.”, schreibt Tilo Beyer. Und er schiebt auch gleich hinterher, warum: “Immer wieder hört man von Messerstechereien und Gewalt, weil sich Türken angegriffen fühlen, wenn man sie nur anguckt. Man muss kein Kleingärtner sein, um zu sehen, wieviele Ausländer Regeln nicht beachten, z.B. beim Grillen in öffentlichen Parks“, erklärt der Mopo-Leser.
Auch Frank Leander zeigt sich solidarisch mit Kleingartenbesitzer Kwint: “Das Bild der Türken, Russen etc. in Deutschland ist derart schlecht, dass die Reaktion der Kleingärtner nur verständlich ist“, meint er.
Insgesamt zeigen von den 5 zum Thema abgedruckten Briefen drei Stück klare rassistische Tendenzen auf. Da kann ich Jan Rasmus Ladwig nur beipflichten, der in seinem Brief erklärt: “Dank solcher Verallgemeinerungen werden Klischees und Vorurteile ewig aufrecht erhalten und Hass weiter geschürt“. E.Can aus Lübeck ergänzt: “da müssen wir uns nicht wundern, wenn die Rechten schon in den Bundestag einziehen“.
Wenigstens noch 2 vernünftige. Ich kann auch die Medien nur auffordern, Klischees, Verallgemeinerungen und Rassismus immer wieder entschieden entgegenzutreten. Ansonsten fühle auch ich als Deutsche (und ohne Migrationshintergrund) mich in dieser Gesellschaft zunehmend ziemlich fremd…



am 3. April 2009 um 12:21 Uhr.
Da gibt es noch etwas, dass den Rechten die Scharen nur so in die Arme treiben: Blinde und taube “Integrationsbeauftragte”. Wenn man nur in seinem Büro sitzt und nicht mehr ins Leben schaut, wird man selber zum Brandstifter!