Bierwärtin 

 home | impressum | über mich

Nach welchen Kriterien wählt die Uni eigentlich ihre Bücher aus?

Bloged in Kuriositäten des Alltags, Diplomarbeit von linda Mittwoch September 3, 2008

Mit mehr oder weniger Elan gehe ich nach der parlamentarischen Sommerpause und einem grandiosen Island-Urlaub auch an die Aufgabe heran, mich mit meiner allerletzten Prüfung an der Uni zu befassen, um spätestens zum Jahresende hoffentlich endlich mein Diplom in den Händen zu halten.

Als einen der beiden Themenkomplexe für die mündliche Prüfung habe ich mir dabei Partei- und Entscheidungsstrukturen bei Bündnis90/Die Grünen ausgesucht. Die Literaturrecherche zu jenem Thema förderte gestern unerwartete Ergebnisse zu Tage: so fand sich als eines der ersten Suchergebnisse im Campus-Katalog der Titel “Das politische ist privat” von Claudia Roth, das mich seitdem grübeln lässt, nach welchen Kriterien die Uni eigentlich ihre Bucherwerbungen auswählt. claudias_buch.jpg

Ich werde bestimmt Spaß daran haben, mich im Rahmen meiner Prüfungsvorbereitung auch damit auseinanderzusetzen, was Claudia in ihrer “Ton, Steine, Scherben”-Zeit so alles erlebt hat - Sinn des Studiums scheint mir das wohl allerdings eher weniger zu sein. Immerhin klebt auf Claudias literarischem Glanzstück nicht, wie auf vielen anderen Büchern mittlerweile, einer der tollen Aufkleber mit “Dieses Buch wurde aus Studiengebühren finanziert“…

Lindas Mission “Diploma”: 75 % completed

Bloged in Diplomarbeit, Allgemein von linda Dienstag Mai 6, 2008

… 

- Abgabe der Diplomarbeit (zählt 40%) => erledigt Ende Oktober 07

- Diplomklausur im Hauptfach (zählt 10%)=> erledigt 15.2.08

- Diplomklausur im Wahlpflichtfach (zählt 10%)=> erledigt am 14.3.08

- mündliche Prüfung im Wahlpflichtfach (zählt 15%)=> erledigt am 6.5.08

* mündliche Prüfung im Hauptfach (zählt 10%)=> noch offen

* mündlicher Vortrag mit Diskussion im Hauptfach (zählt 15%)=> noch offen

 Ich hab keine Lust mehr, aber irgendwie sagt mein Verstand, es wäre blöd, die Mission jetzt abzubrechen… *seufz*

Ian Paisley - ein Mann mit “historischer Bedeutung”

Bloged in Politische Kuriositäten, Diplomarbeit von linda Donnerstag März 6, 2008

Über Tote redet man nicht schlecht” heißt es. Und immer wieder lässt sich dieses Credo auch in diversen Nachrufen beobachten.

Nicht tot, sondern lediglich kurz vor dem Rückzug ist derzeit der nordirische DUP-Politiker Ian Paisley - ein Demagoge sondergleichen. Ich hatte bereits einmal über ihn gebloggt und dabei versucht, seine Starrköpfigkeit zu verdeutlichen, die sich schlicht als “lächerlich” und “trotzköpfig” charakterisieren lässt. Traurig ist allerdings die Tatsache, dass Paisley dennoch in Nordirlands protestantischer community jahrelang viel Einfluss besaß und immer wieder blinden Hass gegen Katholiken schürte, wobei er mit extrem rassistischen Feindbildern arbeitete.

Umso erschrockener war ich gestern beim ersten Durchlesen der Meldung zu seinem politischen Rückzug auf tagesschau.de. Erschreckend positiv klangen für mich die dortigen Kommentare zu jenem Mann, der in einem Konflikt jahrzehntelang immer wieder Öl ins Feuer goss. Liest man ein zweites mal, so relativiert sich der erste Eindruck doch etwas. Fast alle zitierten Politgrößen sprechen von Paisley als einem Mann mit “historischer Bedeutung”. Traurig treffend finde ich das Zitat Tony Blairs: “Der Mann, der immer ‘nein’ sagte, wird in die Geschichte eingehen, weil er einmal ‘ja’ gesagt hat.”

Bleibt zu hoffen, dass Paisley eine moderatere Person folgen wird, die den derzeit stark brüchigen nordirischen Frieden zu festigen vermag. Damit Paisleys “Nein-Sagertum” wirklich Geschichte bleibt!

Intensive Schreibstilanalyse

Bloged in Diplomarbeit von linda Montag September 3, 2007

insbesondere, relativ, wesentlich, zahlreich… Was haben all diese Begriffe gemeinsam?

Sie kommen zu häufig in meiner Diplomarbeit vor!

Das heutige Treffen mit meinem ersten Korrektor brachte noch einmal gute Impulse und produktive Verbesserungsvorschläge. Tatsächlich hat sich der Freund meiner Mutter, welcher nach längerer Uni-Tätigkeit nun seinen Ruhestand genießt, die  Zeit genommen, meine 120 Seiten innerhalb von 4 Tagen zweimal durchzulesen und dabei alle Begriffe herauszuschreiben, die sich zu häufig wiederholen. Eine Liste von 15 Wörtern, für die nun Synonyme gefunden werden müssen.

Darüber hinaus einige Anregungen, was im Fazit noch fehlt und welche Begriffe unklar sind. Ich bin begeistert und brenne nun täglich mehr darauf, das fertige Exemplar endlich gebunden in den Händen zu halten.

Belfast - book a guided walk with ex-prisoners…

Bloged in Politische Kuriositäten, Diplomarbeit von linda Sonntag Juli 22, 2007

Es ist schon irgendwie kurios, wie der nordirische Tourismusverband den hiesigen Konflikt zwischen Unionisten und Nationalisten vermarktet, der in der Hauptstadt an zahlreichen Stellen sichtbar zu Tage tritt.

Patriotische Wandmalereien, “Memorial gardens” fuer Opfer des Konfliktes sowie die lange Mauer zwischen der katholisch besiedelten Falls Road und der protestantisch dominierten Shankill Road werden zu viel besuchten touristischen Highlights.

Als ich vor etwa anderthalb Jahren zum letzten Mal hier war, machte auch ich eine so genannte “Black Taxi Tour”, bei der jene Ziele angesteuert und vom Taxifahrer erlaeutert werden. Inzwischen kann man sogar “guided walks” mit ehemaligen politischen Haeftlingen buchen. Und den Hoehepunkt bildet, wie ich finde, die kleine Broschuere, die mir gestern in die Haende fiel. Sie zeigt all jene beschriebene Art von “Highlights” rund um die Falls Road auf, insgesamt 32, und wirbt mit www.visitwestbelfast.de .

Also nehme ich mir die Broschuere und mache mich auf den Weg in Richtung Falls Road. Gleich zu Beginn komme ich mir an der 4-spurigen Strasse etwas fremd und verloren vor. Waehrend der “Troubles” passierten hier die meisten Morde, viele davon auf offener Strasse. Links liegt “St.Mary’s Primary school” mit komplett vergitterten Fenstern. Ein noch verbarrikadierterer Kindergarten folgt wenig spaeter auf der rechten Strassenseite. Ein Stueck dahinter verlaeuft die etwa 4 Meter hohe Wellblech-Mauer mit Stacheldraht, die diese Strasse von der katholischen Shankill Road trennt.

Auf der gegenueberliegenden Strassenseite kommen mir zwei Asiaten entgegen, offensichtlich Touristen - jetzt fuehle ich mich doch nicht mehr ganz so fremd. Wohl allerdings auch nicht. In einem Hinterhof erkenne ich eine kleine Wandmalerei mit keltischen Symbolen, rund um den Schriftzug “Failte”. Das Wort heisst im Irischen “Willkommen” und laeuft meinem derzeitigen Gefuehl diametral entgegen, weshalb ich umdrehe und lieber zurueck in die City laufe.

Auf dem Weg kommt mir ein “Belfast City Sightseeing Bus” entgegen. Wirklich moegen tu ich die Dinger auch nicht, trotzdem sitze ich 10 Minuten spaeter in ebensolchem, um die “Falls Road” nochmal in der klar erkennbaren Rolle als Touristin ganz hoch zu fahren. Zurueck geht es ueber die protestantische Shankill Road, wo vor knapp einer Woche ein grosses “Bomb Fire” stattfand, bei dem eine riesige irische Flagge verbrannt wurde. Die Auswirkungen sind deutlich sichtbar - viele verkokelte Reste und halb geschmolzene Ampeln und Strassenschilder…

5 Minuten entfernt, im City Center, erinnert nichts an jene Bilder. Lediglich die ab und zu vorbeifahrenden Polizeifahrzeuge, die kleinen Panzern aehneln, lassen einen als Touristen die Stirn runzeln. Besonders froehlich, gruen und friedlich ist das zentrale Uni-Viertel, wo ich mich ab morgen verkriechen werde, um dieses seltsame Land weiter zu erforschen.

Derweil bleibt zu hoffen, dass proportional zur staerker werdenden touristischen Vermarktung des Konfliktes Gewalt und gesellschafliche Separierung zurueckgehen.

Slan abhaile

London - Der Terror bleibt, der Feind wechselt

Bloged in Diplomarbeit von linda Sonntag Juli 1, 2007

Vorgestern merkte ich, wie tief ich in meiner Diplomarbeit zm Nordirlandkonflikt wirklich drinstecke - in London wurde eine Autobombe entdeckt, und während alle Welt sofort den islamistischen Terror im Kopf hatte, dachte ich als erstes an die IRA, wenn auch nicht in dem Glauben, dass sie tatsächlich dahinter stecken könnte.

Glaubt man einem Artikel im SZ-Magazin vor ca. 2 Wochen, so hat die IRA die Autobombe quasi erfunden. Jene bedeute vor allem wenig Aufwand für große Wirkung, war eine Aussage des Artikels. Beim relativ ziellosen Herumexperimentieren hätten die  nordirischen Paramilitärs Anfang der 70er mehr oder weniger nebenbei und verbunden mit dem Verlust einiger ihrer eigenen Leute, die Autobombe entwickelt und immer weiter perfektioniert.

London hatte darunter auch damals zu leiden. Spezielle Mülleimerkonstruktionen und besondere Vorkehrungen an Gepäckaufbewahrungsstellen der Bahnhöfe  gibt es in Großbritannien seit Jahrzehnten, und vielerorts, insbesondere in Nordirland selbst, lernte man, mit der ständigen Bedrohung durch Terror zu leben, lange bevor irgendwer in Europa das Wort “islamistisch” überhaupt kannte.

Dass nun, knapp sieben Jahre, nachdem die IRA erstmals Bereitschaft zeigte, sich selbst zu entwaffnen und zwei Jahre nachdem sie nachweislich tatsächlich damit begann, kaum noch jemand (außer mir) an sie denkt, wenn in London eine Bombe gefunden wird, bedeutet tragischerweise auch ein bißchen Hoffnung. Einerseits Hoffnung für Nordirland und Großbritannien selbst - denn es zeigt, dass der IRA-Terror möglicherweise tatsächlich endgültig der Vergangenheit angehört. Andererseits, daraus resultierend, Hoffnung weltweit, dass es, wenn auch langsam und mühsam, gelingen kann, Konflikte zu entschärfen und damit Terrorismus zu verhindern.

In 3 Wochen fliege ich nach Belfast und fühle mich dort  wahrscheinlich sicherer, als wenn ich nach London reisen würde. Everything changes…

Es geht voran :)

Bloged in Diplomarbeit von linda Montag Mai 28, 2007

Soeben wurde Seite 70 meiner Diplomarbeit angebrochen, inklusive Literaturverzeichnis zählt das gute Stück mittlerweile bereits etwa 75 Seiten :).

Ich glaube, ich melde sie demnächst mal an… Wenn ich mir im Sommer ein paar Wochen Urlaub nehme, sollte es hoffentlich möglich sein,  das Werk innerhalb der nächsten 6 Monate zu 120 Seiten auszubauen und abzugeben - das macht Hoffnung auf ein irgendwann einmal absehbares Studienende!

Überlegungen bezüglich einer danach folgenden Promotion ändern sich von Tag zu Tag, aber ich muss zugeben, dass der Abschnitt über Sinn Fein gerade hochgradig spannend ist und Lust macht, sich tiefer in diese Partei einzugraben. Man wird sehen.

Ian Paisley - eine Witzfigur mit viel Einfluss…

Bloged in Diplomarbeit von linda Sonntag Mai 20, 2007

“Wir könnten 24 Stunden am Tag die Hände schütteln, aber wozu wäre das gut, wenn wir unsere Provinz nicht wirtschaftlich voranbringen?” - ein berechtigter Politikerkommentar, könnte man bei diesem Zitat denken. Leider sind die Begleitumstände einfach nur traurig. Ian Paisley, neuer Ministerpräsident Nordirlands und radikaler protestantischer Vertreter, erklärte dies vor etwa 2 Wochen auf die Frage hin, warum er nicht mit seinem künftigen Stellvertreter Martin McGuinness von der katholischen Sinn Fein gemeinsam auf einem Foto posieren wolle.

Gerade tauche ich für meine Diplomarbeit tiefer in Paisleys Geschichte ein und könnte über dessen Sturheit beim Lesen häufig nur lachen, wenn es nicht so erschreckend wäre, dass dieser Mann jahrzehntelang eine der treibenden Kräfte in einem der blutigsten Konflikte Europas war und noch immer ist.

1974 wurden er und einige seiner Mitstreiter aus dem nordirischen Parlament getragen, als sie sich nach einer Neuwahl weigerten, ihre Plätze in der ersten Reihe aufzugeben. Allein für Paisley benötigte man 8 Polizisten…

1979 zog Paisley ins EP ein. “On the opening day, he was the first MEP to speak […] when he protested that the Union Flag was flying the wrong way up outside the Parliament Buildings”…

Soweit ein paar Beispiele. Dass Paisley jetzt mit Sinn Fein zusammen regiert, ist tatsächlich extrem verwunderlich. Bis vor einigen Jahren weigerte er sich noch, mit Vertretern der Partei überhaupt in einem Raum zu sitzen. Dagegen scheint es ja harmlos, dass er nun lediglich das gemeinsame Foto verweigert.

Interessant ist, dass Martin McGuinnes ihm in seiner Funktion als “Deputy First Minister” so gut wie gleichgestellt ist. Beide können vom Parlament nur unter bestimmten Mehrheitsbedingungen gemeinsam gewählt und gemeinsam wieder abgewählt werden. Tritt einer vorzeitig zurück, muss auch der andere seinen Posten räumen. Paisley ist 81, spannend wird, ob diese Klausel auch bei einem eventuellen Ableben greift und welcher Sturkopf nachkommt…

Powered by Wordpress, theme by Dimension 2k, hosting and customization by cillawigs.de

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien:
Close
E-mail It